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Was ist Paläoanthropologie?
Ein klassisches Thema der Biologischen Anthropologie ist die Stammesgeschichte, die so genannte Paläoanthropologie. Hier wird der Weg nachvollzogen, „wie der Mensch zum Menschen wurde“.

Die Forschung konzentriert sich vor allem auf Fossilfunde und der Rekonstruktion der rein physischen Veränderungen der Hominiden (Menschenartige), sowie die bestimmten Umweltbedingungen unter denen diese Veränderungen geschehen konnten. Dabei beschränkt sich die Anthropologie nicht auf den Menschen allein, sondern bezieht die systematisch nahe stehenden höheren Affen (Primaten) und deren Stammesgeschichte ein (Primatologie).
Der zeitliche Rahmen der Forschung bewegt sich also ca. 3,6 Millionen Jahren bis hin zum Ende der letzten Eiszeit, also vor ca. 10.000 Jahren. Die Bearbeitung der Fossilfunde verlangt die Integration weiterer Fachgebiete wie der vergleichenden Anatomie, Botanik, Geologie, Klimatologie und Ökologie, da aus Fossilien alleine die stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen (Phylogenese) nicht abgelesen werden kann. Die Informationen aus den kooperierenden Fachgebieten dienen dabei u.a. dazu, mögliche Faktoren zu erkennen, die zufällig entstandene genetische Veränderungen selektiert bzw. den Prozess der Menschwerdung anderweitig beeinflusst haben. Somit stützt sich die moderne Paläoanthropologie auf mehrere Forschungsdisziplinen, um die Aussagekräftigkeit ihrer Modelle zur Stammesgeschichte zu erhöhen. In ihren jüngeren Epochen wird die Paläoanthropologie zur Bevölkerungsgeschichte und mündet in die Prähistorische Anthropologie.




