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» Was ist das? » Prähistorische Anthropologie
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Was ist Prähistorische Anthropologie?

„Die Paläanthropologie untersucht die Grundlagen
der Kulturfähigkeit des Menschen.
Die Prähistorische Anthropologie untersucht
die Grundlagen für die Entwicklung verschiedener Kulturen.“ 

Die Prähistorische Anthropologie beschäftigt sich mit jüngeren Skelettfunden, die zeitlich bis in historische Zeiten und sogar bis in die Frühe Neuzeit reichen. Auch hier gibt es Kooperationen mit Nachbardisziplinen der historischen Bio-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Klimatologie, Bodenkunde und Anthropogeographie, die alle zu einer möglichst umfassenden Rekonstruktion der historischen Lebensbedingungen beitragen sollen.

Frühmittelalterliche Bestattung

Zu den Gegenständen der Prähistorischen Anthropologie gehören nicht nur Fragen der Bevölkerungsgeschichte, sondern auch solche der Ethnogenese, also die Herkunfts- und Ausbreitungsgeschichte von Ethnien, dazu kommt die demographische Rekonstruktion früherer Bevölkerungen (Paläodemographie) und die Erschließung der Krankheitsbelastung des Menschen in früheren Zeiten (Paläopathologie). Ein Ziel der Prähistorischen Anthropologie ist die Untersuchung der Frage, inwieweit Veränderungen der Umwelt auf die untersuchten Populationen differenzierend wirken, wie die jeweiligen Lebensbedingungen die biologische Natur des Menschen beeinflussen und wie Umweltveränderungen den Menschen prägen.

Die körperlichen Überreste des Menschen, welche die Prähistorische Anthropologie untersucht, sind ein bedeutendes Quellenmaterial. Aus ihnen lassen sich u.a. individuelle biologische Daten wie Alter, Geschlecht, Körperhöhe, Krankheiten und besondere Merkmale erschließen. Werden diese Individualdaten miteinander verbunden, ergeben sich daraus Aussagen über die biologischen Kennzeichen einer ehemaligen Bevölkerung. Die aus den Individualdaten auf der Bevölkerungsebene ableitbaren Aussagen zum Altersaufbau, zur Geschlechterrelation, zur Kindersterblichkeit und zur Krankheitsbelastung sind zugleich auch fundamentale sozialgeschichtliche Daten. 

In jüngster Zeit hat die Einbeziehung der Molekularforschung und ihrer Möglichkeiten das methodische Spektrum erweitert, und die Sicherheit von Aussagen zur individuellen Geschlechtsbestimmung, zur Verwandtschaft von Individuen und Gruppen sowie die Identifizierung von Krankheiten (z.B. Tuberkulose) erheblich verbessert. 

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