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Perinatale Risikostrukturen

eine soziodemographisch-anthropometrische Analyse zu Daten aus der nationalen Perinatalerhebung, durchgeführt von der Anthropologie im Rahmen des zu gründenden Zentrums für Medizin & Gesellschaft. Die Untersuchung basiert auf dem interdisziplinären Projekt der „Chancen und Grenzen der Kundenorientierung in der Medizin“.

Wir führen eine Längsschnittstudie an klinischen Perinataldaten durch. Solche Datensätze werden regelmäßig bei Klinikgeburten angelegt und umfassen physische und sozioökonomische Eigenschaften der Mutter, Informationen über den Schwangerschaftsverlauf und den Geburtsvorgang sowie Eigenschaften des Neugeborenen. Daraus lässt sich ermitteln, welche Dienstleistungen im Rahmen der medizinischen Schwangerschaftsbegleitung geleistet werden, in wie weit diese Betreuung durch die Wünsche der Eltern bestimmt ist und auf welche Risikoprofile die Schwangerenbetreuung reagieren muss.

Das angestrebte Ergebnis ist eine Strukturierung der Schwangerenpopulation in Gruppen mit unterschiedlichen Graden und Ausprägungen von Geburtsrisiken vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung. Danach soll abgeschätzt werden, welche Rahmenbedingungen ein Verständnis von Schwangeren als selbstbestimmte Konsumentinnen von Beratungsleistungen rechtfertigen, wann eine besondere ärztliche Fürsorgepflicht im Interesse von Mutter und Kind aufgrund erhöhten Risikos besteht und mit welcher Entwicklung von Risikogruppen zukünftig gerechnet werden muss.

Zentral gesammelte Perinataldaten, die Untersuchungen auf Bevölkerungsniveau zulassen, liegen seit Ende der neunziger Jahre vor. Für dieses Projekt werden die Daten aus dem Zeitraum 1998 bis 2010 zusammengeführt und die Entwicklung von Risikogruppen im zeitlichen Verlauf untersucht. Diese Datengrundlage ermöglicht eine empirisch fundierte interdisziplinäre Diskussion vor dem Hintergrund der Chancen und Grenzen der „Kunden“- orientierung in der perinatalen Medizin.

Kontakt: Ines Wlosnewski (Diplom Demographin)
ines.wlosnewski@uniklinik-freiburg.de

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