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Herstellung und Anbringung von DTL-Elektroden von  Michael Bach

Vorbemerkung

Hier wird eine Möglichkeit dargestellt, die DTL-Elektrode anzubringen. Dies muss nicht notwendigerweise der Weisheit letzter Schluss sein, beruht aber auf jahrelangen Erfahrungen in unserem Labor.

Was ist die DTL-Elektrode?

Wir können der Teppich-Industrie dankbar sein, dass sie sich des Problems der elektrostatischen Aufladung von Kunststoffteppichen angenommen hat. Als Gegenmittel wurde eine metallbedampfte Kunststoff-Faser entwickelt, die –in den Teppich eingewoben– wegen ihrer guten elektrischen Leitfähigkeit Ladungen ableitet. Zufällig eignet sie sich auch gut zur Ableitung retinaler Potentiale an der Hornhaut, das wurde von Dawson, Trick & Litzkow 1979 gefunden, daher der Name. Sie hat folgende Vorteile:

  • DTL-Faser ist hochflexibel und löst daher wenig Fremdkörpergefühl aus, keine Lokalanaesthesie nötig
  • DTL-Faser hat einen niedrigen elektrischen Widerstand (wenig hundert Ohm)
  • DTL-Faser ist, an der richtigen Stelle eingekauft, sehr preiswert
  • DTL-Faser kann wegen des niedrigen Preises nach jeder Untersuchung verworfen werden, daher ist keine nachträgliche Desinfektion nötig
DTL-Elektrode, Prinzip  

Wie man die DTL-Elektrode genau anbringt ist weniger wichtig als dass man es immer gleich macht. Doch im rechten Bildteil ist ein etwas zu lockerer Verlauf gezeigt, da ist es zu erwarten dass die Elektrode während der Ableitung ihre Position nicht beibehält. Ideal ist es, die Elektrode so straff zu machen, dass sie nicht in die Tiefen der unteren Lidspalte abtauchen kann, aber auch nicht so straff, dass sie auf der Hornhaut spannt. Hier ist es rechts, d.h. am linken Augen, zu locker.

Elektroden-Vorbereitung

  • Man fängt mit 2 Mini-Krokodilklemmen ein Stück DTL-Faser ein, welches für 2 Augen reicht.
  • Prüfung mit einem Durchgangspiepser auf einwandfreien elektrischen Kontakt, auch beim Schütteln. Dadurch ist sichergestellt, dass die DTL-Faser durchgehende Metallisierung hat, die Mini-Krokodilklemmen nicht korrodiert sind, und die Elektrodenkabel keinen versteckten Kabelbrüche haben.
  • Auflegen der Mitte des Faserstückes auf einen Klebestreifen (ca. 0,5 cm breit), dessen Klebeseite nach oben weist.
  • Fixieren mit einem sehr kleinen gegengeklebten Klebestreifen.
  • Durchschneiden in der Mitte, auf einen Schlag erhält man 2 Elektroden.
  • Nach der Messung kann man die DTL-Fasern wegwerfen, keine Infektionsprobleme.
Vorbereitung der DTL-Elektroden  

Das ist unsere Spule mit 80 Kilometern Faser (vielleicht jetzt nur noch 79 km). Wie uns der Hersteller “Statex” mitteilt, handelt es sich um bei diesem “Ex-Stat-Garn 22/1 dtex” um eine Nylonfaser (Einzelfaser), auf die Silber aufgebracht ist.
Das Garn gibt's auch als Litze (Multifaser), war in unseren Tests aber längst nicht so gut geeignet.

Neben der Spule sieht man die Mikro-Krokodilklemme, an deren Spitze der Haken herausschaut wenn man am anderen Ende drückt.

Von unserer Rolle wickeln wir immer 1 m auf einen Pappstreifen und lassen das sterilisieren. Hier sieht man die DTL-Faser auf dem Pappstreifen (oder auch nicht, da die Faser so dünn ist).

Das flatternde Ende der Faser fangen wir mit einer roten Mikro-Krokodilklemme.

Das andere Ende ist auch ‘gefangen’, nun passend abschneiden (die Länge ergibt sich als Erfahrungswert, z.B. 4 Finger breit).

Nun wird das Ganze auf einen Klebestreifen plaziert. Der Klebestreifen ist (mit der Klebeseite nach oben) am unteren Rand der Rolle leicht angedrückt.

Mit einer Pinzette drücken wir die Elektrodenfaser auf den Klebestreifen, und dann kommt –mit Klebeseite nach unten– ein schmaler ‘Gegenstreifen’ darüber.

Jetzt ist das Elektrodenpaar fertig mit Klebestreifen versehen.


Mit einem ‘Durchgangspiepser’ –einem akustisch anzeigenden Ohmmeter– prüfen wir alles auf einmal: Sitz der Krokodilklemmern, Metallisierung der DTL-Faser. Auch bei leichtem Zug darf der Ton sich nicht ändern, dann weiß mann dass die Leitfähigkeit gut ist.


Mit einem Schnipp! haben wir gleich 2 Elektroden auf einmal.

Immer die Leitfähigkeit testen! Gelegentlich gibt's schlechte ‘Stücke’, bis zu 1 m, dann nimmt die Qualität wieder zu. Das will man nicht erst im Auge bemerken…

Hier liegt das Paar, und wartet auf Verwendung....
Die Faserns sind wirklich sehr dünn. Man kann sie nur erahnen, z.B. zwischen dem Klebestreifen direkt über der schwarzen Klemme links und der roten Krokodilklemme rechts.


Anbringung der DTL-Elektroden

  1. Der kleine Klebstreifen, der am Ende unser vorbereiteten Elektroden hängt, wird nasal befestigt.
  2. Nach oben schauen lassen, die Faser wird über das Auge gelegt.
  3. Temporal wird die Spitze der Mini-Krokodilklemme festgeklebt.
  4. Wegen der Rundung des Kopfes steht das hintere Ende der Klemme ab, es wird mit einem Steg so fixiert.
  5. Fertig!
Anbringung der DTL-Elektroden  

Geduldig trägt die Versuchsperson bereits die Schläfen-Referenzelektroden.
 

So sieht es aus der Nähe aus.
 

Die DTL-Faser wird als Erstes nasal mit ihrem Befestigungsstreifen angebracht. Dabei ist das Ziel, dass nach dem Andrücken die DTL-Faser genau in der Mitte des Lidwinkels beginnt.
 

Nach oben schauen, die Faser wird nach temporal verlegt.
 

Eigentlich ist die Faser ein bisschen zu lang, wie man beim Andrücken der Mikro-Krokodilklemme sieht.
 

Klebestreifen über die Krokodilklemme.
 

Das hintere Ende der Klemme steht etwas ab, das ist Absicht.
 

Das abstehende Ende wird mit einem als Steg ausgebildeten Klebestreifen (diesmal ist es ein transparenter) in Stellung gehalten.
 

So sieht eine glückliche Versuchperson aus. Die andere Seite ist auch schon versorgt. Wenn jetzt noch eine Masseelektrode, z.B. am Ohr angebracht wird, kann die Messung beginnen.

 

 

Die erste Version dieser WWW-Seite wurde im April 1998 veröffentlicht.

©1998-2002 Prof. Michael Bach.


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