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Sektion für Retinologie

Behandlung Retinaler Venenverschlüsse
Hämodilution:  Freiburger Schema

Stationäre Einleitung / ambulanter Therapiebeginn

  • Aderlass + HAES Infusion (gleichzeitig)
  • Erstabnahme 300–500 ml (je nach Hkt) 
  • HAES - Infus. (MW 200000-0,5)
  • Zielhämatokrit 37–33%
  • 1-4 Aderlässe (täglich - zweitäglich)
  • Cave Hypovolämie! Iso- bis leicht hypervol.  Ausgleich!

Ambulante  Behandlung

  • wöchentliche Nachdilution, wenn 2% über Zielhämatokrit
  • insgesamt 4-5 Wochen

Behandlungsprotokoll der Hämodilution

  1. Stationärer oder ambulanter Beginn  der Hämodilution mit einem Aderlass von 500 ml  (HKT  ≥ 39%) oder 300 ml Venenblut (HKT 37–39%).bei gleichzeitiger Infusion 500  bzw. 300ml Hydroxy­äthylstärke [(HAES, MW 200.000, Subst.grad 0,5, 10%ige Lösung  (z.B. HAES-steril®)]. Bei einem Hkt unter 37% ist die Hämodilution nur in Ausnahmefällen durchzuführen. Der Aderlass und die Infusion erfolgen gleichzeitig über zwei  Zugänge innerhalb von ca. 30 Minuten. Das Venenblut wird dabei über ein steriles,  pyrogenfreies Schlauchsystem in einen Plasmapheresebeutel geleitet (Biopack P Doppelbeutel, Firma Biotest, Frankfurt/Main) oder verworfen.
  2. Diese Prozedur wird am nächsten oder übernächsten Tag wiederholt. Die Menge  des Aderlasses richtet sich dabei nach dem Ausmaß der ersten Hämatokritabsenkung  und dem Befinden des Patienten. Der Patient sollte während der Behandlung  auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Die Behandlung wird solange vom Hausarzt wiederholt, bis der Zielhämatokrit erreicht ist.
  3. Die Hämodilutionsbehandlung wird nun in der gleichen Weise 1x wöchentlich  ambulant fortgesetzt. Sie wird immer nur dann durchgeführt, wenn der Zielhämatokrit  (zB: 0,35%) um mindestens 2 Punkte überschritten ist (0,37). Die Dauer der  gesamten Hämodilutionsbehandlung erstreckt sich über 6  Wochen.
  4. Der Patient bzw. dessen Hausarzt werden darüber informiert, daß sich der  Patient durch die Behandlung in einer Eisenmangelanämie befindet und eine  Therapie derselben in den nachfolgenden 6 Wochen bei Ausbleiben eines Wiederanstieges  des Hämatokrit unterlassen werden soll. Außerdem ist zu beachten, dass die antihypertensive Therapie etwas gelockert werden muss, da die isovolämische Hämodilution per se den Blutdruck senkt.

Einschlusskriterien für Hämodilution

  1. Alle Patienten mit einem Zentral- oder Astvenenverschluss auf dem ersten  Auge und einer Symptomendauer von höchstens 8 Wochen.
  2. Das Alter der  Patienten soll nicht über 80 liegen.
  3. Es werden sowohl ischämische als auch nichtischämische ZVV behandelt.

Ausschlussgründe

1.  Patienten mit manifester Herzinsuffizienz trotz Behandlung mit Digitalis,  respiratorischer Insuffizienz infolge restriktiver oder obstruktiver Lungenerkrankung, Niereninsuffizienz.

2.  Anämie mit einem Hämatokrit ≤ 37%, Thrombozytose ≥ 450x 109/l.

3a Vorbestehende, nicht durch den ZVV verursachte Makulopathie,
3b stärkere  Trübung der optischen Medien (erwarteter Visus ≤ 0,4).

4. Venenastverschlüsse  kleiner Makulavenen (gute Spontanprognose)

unterer Abschluss
Impressum