Tumorgewebebank

Tumorgewebebank Mammakarzinom

Ein Verbund des Tumorzentrums Freiburg - CCCF, dem Südwestdeutschen Tumorzentrum CCC Tübingen und dem Universitätsklinikum Kiel

Wissenschaftlicher Hintergrund
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung der Frau – jede 9. Frau erkrankt in Ihrem Leben an einem Mammakarzinom. Unter anderem durch Screening-Programme werden Mammakarzinome inzwischen häufig in relativ frühen Stadien entdeckt, und können in der Regel Brusterhaltend operiert werden. Die weitere Therapie bei Fehlen von Fernmetastasen richtet sich nach dem Tumorstadium und einem evtl. Lymphknotenbefall. Das Mammakarzinom war der erste solide Tumor, bei dem prädiktive molekulare Marker identifiziert wurden: Eine anti-hormonelle Therapie ist an den Nachweis einer Expression des Östrogen- und Progesteronrezeptors gekoppelt, während eine gegen das HER2-Onkoprotein gerichtete Therapie mit dem Antikörper Trastuzumab nur bei Tumoren mit einer Amplifikation des HER2-Onkogens durchgeführt wird. Desweiteren existieren verschiedene Ansätze, Mammakarzinome auf molekularpathologischer Basis zu subklassifizieren (Luminaler Typ, HER2-Typ, Basaler Typ), um eine genauere Prognoseabschätzung zu ermöglichen. Aufgrund dieser Diversifizierung ist es notwendig, gemeinsame Probenbanken aus verschiedenen Institutionen aufzubauen, um auch von den seltenen Untergruppen ausreichende Fallzahlen untersuchen zu können. Für die Identifizierung und Entwicklung neuer prognostischer oder prädiktiver Biomarker am Tumorgewebe ist es unerlässlich, standardisierte Tumorproben in einer hohen Qualität zu asservieren, und zusammen mit validen klinischen Daten (Therapieresponse, Follow-Up) zu kombinieren.

Struktur der Mammakarzinom-Bank
Die Mammakarzinom-Tumorgewebebank ist eine dezentrale Gewebebank an den Standorten Freiburg, Tübingen und Kiel, die durch eine web-basierte Datenbank vernetzt sind. Die Patientinnen werden an den verschiedenen Standorten in den jeweiligen Cancer Centern in den Brustzentren vor Ort behandelt, welche auch die klinischen Daten zur Verfügung stellen. Das Tumorgewebe wird jeweils in den entsprechenden Tumorgewebebanken in den Instituten für Pathologie asserviert. Für eine optimale Vergleichbarkeit der dezentral gesammelten Tumorproben wurden gemeinsam Prozessbeschreibungen erstellt, welche eine gleiche Qualität der Proben gewährleisten. Die Proben und klinischen Daten sind in einer geschützten Datenbank erfasst, so dass im Bedarfsfall jeder Wissenschaftler aus dem Konsortium anfragen kann welche Proben an den anderen Standorten vorliegen.

Ziele der Mammakarzinom-Tumorgewebebank
Das übergeordnete Ziel des Konsortiums Mammakarzinom ist die Qualitätsverbesserung der translationalen Erforschung des Mammakarzinoms durch die Erstellung definierter Patienten-Kohorten, die Bereitstellung optimaler Untersuchungsmaterialien, sowie durch die Bereitstellung prospektiver klinischer Daten. Dieses Ziel wird durch den Aufbau einer gemeinsamen Datenbank, durch die Optimierung der Prozessbeschreibungen an den einzelnen Institutionen, sowie durch den Austausch von Gewebeproben untereinander erreicht. Die transparente Ausgabe von Proben unter optimaler Verwendung begrenzter Ressourcen wird durch ein paritätisch besetztes Expertengremium gewährleistet. Durch systematische Qualitätskontrollen und Vergleiche untereinander wird eine gleichbleibend hohe Probequalität erreicht. Die Forschungsrichtungen sind an den drei beteiligten Institutionen unterschiedlich gewichtet, so dass auf diese gemeinsame Tumorgewebebankstruktur eine überlappende und v.a. synergistische translationale Forschung aufbaut.


Letzte Aktualisierung am 31.01.2013 durch webmaster