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Chirurgische Intensivmedizin
Leiter: OA Dr. S. Utzolino
Was leistet unsere chirurgische Intensivstation ?
Eine der Hauptaufgaben der Station ist die Überwachung von Patienten mit relevanten Vorerkrankungen, die nach großen Operationen zu Problemen führen könnten.
Wenn es keine Probleme gibt, können die meisten Patienten bereits am ersten Tag nach der Operation wieder auf ihre Normalstation zurückverlegt werden. Unsere Intensivstation hat dadurch ca. 2500 Aufnahmen und Entlassungen pro Jahr.
Die postoperative Schmerztherapie hat einen hohen Stellenwert. Schmerzen nach einer Operation sind "normal", müssen heute aber nicht mehr einfach hingenommen werden. Sondern es gibt eine Reihe differenzierter Medikamente und Methoden, mit denen Schmerzfreiheit mit minimalen Nebenwirkungen erreicht werden kann. Da jeder eine individuelle Schmerzwahrnehmung hat, kann die Einstellung manchmal schwierig sein. Hier bietet die engmaschige Betreuungsmöglichkeit auf der Intensivstation erhebliche Vorteile.
Vor allem Blutdruckschwankungen sind nach Operationen ein häufiges Problem. Insbesondere tritt nach operativen Eingriffen ein zu niedriger Blutdruck auf. Hier bietet die Intensivstation die Möglichkeit der kontinuierlichen Blutdrucküberwachung, um mit Medikamenten gezielt auf dieses Problem zu reagieren.
Einschränkungen der Leber- oder Nierenfunktion erfordern eine spezielle Infusionstherapie. Die Dosierung von Medikamenten muss angepasst werden, ggf. muss die Organfunktion unterstützt werden. Das kann bis zur Hämodialyse (Blutwäsche) gehen, die intermittierend oder als kontinuierliches Verfahren auf unserer Intensivstation durchgeführt werden kann.
Auf der Intensivstation steht ein Ultraschallgerät zur Verfügung, das vielfach täglich im Einsatz ist. Mit der Ultraschall-Untersuchung lassen sich viele Erkrankungen des Bauchraumes, des Rippenfells und der Blutgefäße schnell und sicher erkennen. Das Gerät kann problemlos an das Patientenbett gebracht werden, so dass kein Patiententransport erforderlich ist. Die Untersuchung ist schmerzlos und frei von Strahlenbelastung.
Fast alle Patienten benötigen unmittelbar nach einer größeren Operation zusätzlichen Sauerstoff. Die Sauerstoff-Sättigung des Blutes wird auf der Intensivstation mit einem Fingerclip bei jedem Patienten kontinuierlich überwacht. Atemtraining als aktive Arbeit des Patienten ist extrem wichtig. Hier hilft täglich auch die Krankengymnastin.
Sollte die Atemfunktion unzureichend sein, etwa durch schlecht belüftete Anteile der Lunge (Atelektasen) oder gar durch eine Lungenentzündung, so stehen verschiedene abgestufte Hilfsmittel zur Verfügung. Von der Sauerstoff-Maske mit Reservoirbeutel über die Maskenbeatmung bis hin zur vollständigen künstlichen Beatmung über einen Schlauch in der Luftröhre (Tubus) kommen die üblichen Verfahren der Intensivmedizin zum Einsatz.
Röntgenaufnahmen der Lunge können auf der Station angefertigt werden, damit der belastende Transport in die Röntgenabteilung entfällt.
Bei manchen Patienten treten Herzrhythmusstörungen auf, auch wenn sie bisher am Herzen völlig gesund waren. Gehäuft wird das nach Operationen in der Nähe des Herzens, z.B. an der Speiseröhre, beobachtet. Herzrhythmusstörungen können harmlos sein und von selbst wieder verschwinden, sie können aber auch bedrohlich sein und bedürfen dann rasch der korrekten Therapie. Für die Diagnose ist die kontinuierliche EKG-Ableitung und Kontrolle am Monitor notwendig. Die Behandlung - wenn nötig - erfolgt mit speziellen Medikamenten oder mit elektrischem Strom in Kurznarkose.
Da die Station von Chirurgen geführt ist, können kleinere operative Eingriffe problemlos auf der Intensivstation durchgeführt werden, wenn das Risiko für den Transport in den OP für einen schwerkranken Patienten hoch ist. Dies gilt z. B. für die Einlage von Drainagen, für Wundrevisionen, aber auch für andere Operationen. Eine angemessene Betäubung - sei es lokal oder allgemein - ist dabei selbstverständlich.
© Text: Dr. S. Utzolino
Weitere Informationen: Ausstattung, Besucherinformation
Studentenunterricht auf der Intensivstation





