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Kinderchirurgie: Leistenbruch

Was ist ein Leistenbruch?

Anders als bei Erwachsenen wird der Leistenbruch bei Kindern weder durch eine Bindegewebsschwäche noch durch zu schweres Heben verursacht. Ein Leistenbruch bei Kindern ist eine seit Geburt bestehende kleine Öffnung in der Bauchwand, durch die beim Jungen der Samenstrang und beim Mädchen ein die Gebärmutter befestigendes Band zieht. Bei den Kindern mit einem Leistenbruch wurde dieser Kanal mit einer fingerförmigen Ausstülpung des Bauchfells im Laufe der Entwicklung im Mutterleib nicht verschlossen, wie dies normalerweise geschieht. Dadurch besteht bereits ein Bruchsack, in den Organe der Bauchhöhle wie Darmschlingen, ein Eierstock oder auch nur Flüssigkeit durch die Öffnung in den Bruchsack austreten können.

Wenn Bruchsackinhalt (z.B. eine Darmschlinge oder ein Eierstock) im Bruchsack einklemmt, spricht man von einem inkarzerierten Leistenbruch. Wird hierdurch die Blutzufuhr durch Strangulation der Blutgefässe abgeklemmt, besteht die Gefahr, dass das betroffene Organ bleibend geschädigt wird und entfernt werden muss. Deshalb liegt in diesen Fällen eine Notfallsituation vor.

Warum muss der Bruchsack mit einer Operation verschlossen werden?

Um das Einklemmen und die Strangulation von vorgefallenen Bauchorganen zu verhindern. Der seit Geburt offen gebliebene Bruchsack wird sich in der Regel nicht von selbst schließen. Deshalb ist ein operativer Verschluss in jedem Fall erforderlich; wir empfehlen ihn, je nach individuellen Gegebenheiten, einige Tage bis wenige Wochen nach der Diagnosestellung.

Wie erkenne ich einen Leistenbruch?

Häufig wird der Leistenbruch von den Eltern erkannt. Wegweisend ist eine Vorwölbung oder Schwellung im Bereich der Leiste, dem Hodensack oder den Schamlippen. Sie tritt häufig auf, wenn Ihr Kind schreit, und Sie können sie zum Beispiel beim Wickeln erkennen. Oftmals ist diese Schwellung zurückgegangen, wenn Sie dann zum Arzt gehen. Die Diagnose muss deshalb manchmal auch nur aufgrund der Berichte der Eltern gestellt werden. Sollte ihr Kind beim Auftreten einer solchen Schwellung Zeichen von Schmerzen oder andere Allgemeinsymptome (wie z.B. starke Unruhe oder Erbrechen) zeigen, besteht die Gefahr, dass Bruchsackinhalt eingeklemmt ist. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, Ihr Kind sofort in unserer Notaufnahme vorzustellen.

Was ist vor einer Operation zu tun?

Sollten Sie oder Ihr Kinderarzt den Verdacht haben, dass Ihr Kind einen Leistenbruch hat, können Sie es in unserer Kinderchirurgischen Sprechstunde vorstellen. Wir bestätigen dann die Diagnose und besprechen mit Ihnen noch einmal das operative Vorgehen. Danach findet ein Gespräch mit dem Narkosearzt statt. Kinder unter einem halben Jahr werden in unserer Klinik immer für ein bis zwei Nächte in der Kinderklinik stationär aufgenommen und überwacht. Sollte Ihr Kind älter sein, können wir eine ambulante Operation durchführen. Hierzu kommen Sie mit Ihrem Kind am Morgen in die Liegestation. Die Operation dauert ca. 30 - 45 Minuten. Einschließlich aller Vorbereitungen sowie der Ein- und Ausleitung der Narkose befindet sich Ihr Kind etwa anderthalb Stunden im OP. Nachdem Ihr Kind von der Narkose aufgewacht ist, wird es nach einer abschließenden Untersuchung gegen 15 Uhr entlassen. Bei kurzfristig auftretenden Problemen besteht bei uns jederzeit die Möglichkeit, ihr Kind in der Kinderklinik stationär aufzunehmen.

Bitte bringen Sie zu Ihrer ersten Vorstellung eine Überweisung von Ihrem Kinder- bzw. Hausarzt sowie das gelbe Untersuchungsbuch und sonstige medizinisch wichtige Befunde über Ihr Kind mit.

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