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Ketogene Diät

In Zusammenarbeit zwischen dem Neurozentrum und der Universitäts-Kinderklinik Freiburg kann bei Patienten mit schwer therapierbaren Epilepsien die ketogene Diät angewendet werden.

Die ketogene Diät ist eine sehr fettreiche, jedoch kohlenhydratarme Ernährung. Der Wirkmechanismus der ketogenen Diät ist letztlich ungeklärt. Vermutet wird ein Effekt durch die Keton-Körper, die Veränderung des Säure-Haushaltes des Körpers oder durch die gesteigerte Fettkonzentration im Blut. Diese Diät erweist sich bei ca. der Hälfte der behandelten Epilepsie-Patienten als effektiv. Die ketogene Diät wird in Freiburg von neuropädiatrisch erfahrenen Ärzten und den Ernährungsberaterinnen der Kinderklinik durchgeführt. Die Einleitung der ketogenen Diät muss immer unter stationären Bedingungen erfolgen, die Diät kann jedoch später auch von den Eltern eigenständig fortgeführt werden. Die ketogene Diät beginnt mit einer Phase, in der der Patient hungert und wenig trinkt, bis Ketone im Urin zu finden sind. Zusätzlich zur ketogenen Diät müssen Vitamine und bestimmte Mineralstoffe gegeben werden. Das Verhältnis von Fett zu Kohlenhydraten ist entscheidend, meist wird ein Verhältnis von 4:1 oder 3:1 gewählt.

Große Erfahrungen mit der ketogenen Diät bestehen in Amerika, dort wird die ketogene Diät seit Anfang des Jahrhunderts angewandt und auch wissenschaftlich erforscht, z.B. am John’s-Hopkins-Krankenhaus durch Dr. Freeman. In der Regel wird die ketogene Diät für eine Dauer von ca. 2 Jahren durchgeführt. Ziel ist, die Anfallshäufigkeit und –schwere sowie die Anzahl und Dosis der Antiepileptika zu reduzieren. Insbesondere bei schwerstretardierten Patienten mit Epilepsie sollte die Möglichkeit einer ketogenen Diät erwogen werden. Erfreulich ist auch, dass es unter der Anwendung der ketogenen Diät zu einer Aufmerksamkeitssteigerung kommen kann.

Mit Ideenreichtum kann diese Diät sehr schmackhaft und angenehm gestaltet werden. Jedoch sollten die Patienten in regelmäßigen Abständen in einer Spezialambulanz gesehen werden, insbesondere um Nebenwirkungen, bestimmte Blutwerte wie Blutsalze, Blutfette und das Blutbild und ein zufriedenstellendes Wachstum zu beurteilen. Entscheidend ist die gute Mitarbeit des Patienten und der Eltern. Als häufige Nebenwirkungen in der Anfangsphase sind Verstopfung, Müdigkeit, Erbrechen und Übelkeit zu nennen, diese verschwinden jedoch in der Regel nach einigen Wochen, als langfristige, jedoch seltene Komplikationen sind Nierensteine und eine reduzierte Knochenmasse zu nennen.

 

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