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Wer wirkt mit bei der palliativen Betreuung von Patienten und ihren Angehörigen?

Hausärzte und niedergelassene Fachärzte

Der Grundsatz "ambulant vor stationär" gilt auch und gerade in der Palliativmedizin. Deswegen kann und soll Palliativmedizin in erster Linie vom betreuenden Hausarzt praktiziert werden. Nur wenn dieses nicht ausreichend möglich ist, sollen Spezialdienste wie palliativmedizinische Konsiliardienste, ambulante Palliativmedizin Teams oder Palliativstationen eingebunden werden. Der Hausarzt bleibt auch bei der palliativmedizinischen Betreuung der zentrale Ansprechpartner für den Patienten und seine Angehörigen. Falls sich Schwierigkeiten bei der Betreuung von Palliativpatienten ergeben, wird der Hausarzt spezialisierte Fachärzte hinzuziehen. So können Klinikeinweisungen von palliativmedizinisch betreuten Patienten beschränkt bleiben auf die Fälle, in denen die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines Krankenhauses für den Patienten eindeutige Vorteile bringen.

Brückenpflege

Um der besonderen Situation von Krebspatienten gerecht zu werden, wurden am Tumorzentrum Freiburg Stellen für sog. „Brückenpflegekräfte“ eingerichtet. Diese besonders qualifizierten Pflegefachkräfte arbeiten eng mit dem Hausarzt und ambulanten Pflegediensten zusammen und sollen den Übergang von einer Betreuung im Krankenhaus zu der Betreuung zu Hause unterstützen. Ärzte und Pflegende in den Kliniken kennen die Einrichtung der Brückenpflege und können bei Bedarf leicht den Kontakt zu den Brückenpflegekräften herstellen.

Häusliche Pflegedienste

Im Einzugsbereich des Universitätsklinikums Freiburg besteht ein flächendeckendes Netz von qualifizierten Pflegediensten. Es bestehen aber Unterschiede in der Gewichtung des jeweiligen fachspezifischen Spektrums, so dass es empfehlenswert ist, sich bei dem jeweiligen ambulanten Pflegedienst nach den Möglichkeiten im Bereich Palliativmedizin zu erkundigen. Hausarzt und Brückenpflege können hier beraten.

Ambulante Hospizgruppen

Der Name Hospiz leitet sich vom lateinischen „hospitium“ (Gastfreundschaft) ab. Die in den ambulanten Hospizgruppen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter begleiten sterbende Menschen und ihre Angehörigen sowohl im häuslichen Umfeld als auch in stationären Einrichtungen. Das Sterben soll weder beschleunigt noch hinausgezögert werden, sondern die ambulanten Hospizinitiativen möchten dazu beitragen, dass das Sterben in das Leben eingebettet und als Teil des Lebens angenommen werden kann. Hospizarbeit ist christlichen Wertvorstellungen verpflichtet, jedoch unabhängig von Konfessionen und Nationalität. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der ambulanten Hospizgruppen leisten keine Krankenpflege oder hauswirtschaftlichen Arbeiten, sondern wollen ärztliche und pflegerische Betreuung ergänzen durch mitmenschliche Zuwendung. Durch hauptamtliche Mitarbeiter werden die Ehrenamtlichen auf Ihre Aufgabe vorbereitet und in ihrer Tätigkeit begleitet. Das Unterstützungsangebot durch ambulante Hospizgruppen ist für die betroffenen Patienten und Ihre Angehörigen kostenfrei und finanziert sich im Wesentlichen durch Förderbeiträge und Spenden. Die Hospizgruppe Freiburg ist erreichbar telefonisch oder über Internet: http://www.hospizgruppe-freiburg.de.

Alles ist anders: Projekt für trauernde Kinder und Jugendliche

Als Modellprojekt wird von der Hospizgruppe Freiburg ein Projekt zur Betreuung trauernder Kinder und Jugendlicher angeboten, das neben einem Beratungstelefon auch Gruppenangebote für trauernde Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren im Raum Freiburg sowie ein umfangreiches überregionales Internetangebot umfasst: http://www.allesistanders.de

Stationäres Hospiz

Das stationäre Hospiz ist ein Betreuungsangebot für schwerkranke Menschen im letzten Stadium der Erkrankung, die nicht zu Hause versorgt werden können, aber keine Krankenhausbehandlung benötigen. Dabei ist der Hospizpatient idealerweise medizinisch stabil, und der Schwerpunkt liegt auf der qualifizierten pflegenden und begleitenden Zuwendung. Das Hospiz Karl Josef in Freiburg ist eine stationäre Einrichtung für die Stadt Freiburg sowie die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen, die getragen wird vom Regionalverbund der kirchlichen Krankenhäuser gGmbH unterstützt durch eine Spende der Familie Leibinger aus Freiburg. Das Hospiz liegt im Stadtteil Wiehre und verfügt über acht wohnliche Einzelzimmer mit Dusche und WC. Angehörige können auf Wunsch auch im Hospiz übernachten.

Palliativstationen

Die ebenfalls der Hospizidee verpflichteten Palliativstationen sind immer an ein Krankenhaus angeschlossen. Palliativstationen sind spezialisiert auf die Behandlung und Betreuung von Palliativpatienten. Charakteristisch für die Palliativstation ist das multiprofessionelle Team aus besonders qualifizierten Ärzten, Pflegenden, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychologen und weiteren Therapeuten, ergänzt durch ehrenamtliche Hospizhelfer. Palliativstationen sind Akutstationen für Schwerkranke, die sich in einer Krise befinden. Ziel der Behandlung ist es, krankheitsbedingte Beschwerden zu lindern und wenn möglich, die Krankheits- und Betreuungssituation der Betroffenen so zu stabilisieren, dass sie wieder entlassen werden können. Dabei können medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Probleme wechselnde Priorität haben. Deshalb sind Kommunikation und eine interprofessionelle Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung. Die Palliativstation arbeitet vernetzt mit medizinischen Zentren, Krankenhausabteilungen, Hausärzten, Brückenpflege, ambulanten Pflege- und Hospizdiensten, stationären Hospizen und anderen Einrichtungen.
Die Kosten der Krankenhaus-Behandlung werden von den Krankenkassen getragen. Für maximal 28 Kalendertage pro Kalenderjahr ist eine tägliche Zuzahlung von 10 Euro zu leisten.
Am Universitätsklinikum Freiburg wurden bereits beim Neubau der Klinik für Strahlenheilkunde im Erdgeschoss Räumlichkeiten für eine Palliativstation eingerichtet. Mit der Eröffnung der Palliativstation werden 10 Betten in acht Einzel- und einem Doppelzimmer angeboten werden können, die behindertengerecht ausgestattet sind und jeweils über eine eigene Terrasse mit Zugang zum Klinikpark verfügen.

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