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Prospektive, multizentrische Studie zu humanen, oralen Expositionsfällen mit gering toxischen Tensid-haltigen Wasch- und Reinigungsmitteln

Haushaltschemikalien, insbesondere Wasch- und Reinigungsmittel gehören zu den bedeutenden Ursachen bei Vergiftungsverdachtsfällen im privaten oder gewerblichen Bereich und sind eine der häufigsten Anfragegründe in Giftinformationszentren. Tensid-haltige Mittel (Mittel die waschaktive Substanzen enthalten), die unbeabsichtigt verschluckt werden, gelten in kleinen Mengen aufgenommen als gering toxisch und führen meist zu geringgradigen, selbst-limitierenden Beschwerden, wie kurzfristiges Husten oder Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Während Kinder in der Regel nur geringe Mengen ingestieren, nehmen alte oder behinderte Menschen hingegen gelegentlich auch größere Mengen irrtümlich auf. Dies führt häufiger als bei Kindern zu schwerwiegenderen Komplikationen wie einer chemischen Lungenentzündung. Eine systematische Erfassung und Auswertung von Expositionen mit schäumenden tensid-haltigen Produkten ist bislang nicht prospektiv über einen längeren Untersuchungszeitraum in Deutschland erfolgt.

Seit dem 21.12.2009 führt die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg gemeinsam mit dem Giftinformationszentrum Nord (GIZ Nord) in Göttingen und dem Giftinformationszentrum (gGIZ) in Erfurt die oben genannte Untersuchung zur Toxizität und zur Produktsicherheit von Tensid-haltigen Produkten durch. Die Untersuchung wurden der Ethik-Kommission der Albert-Ludwig-Universität Freiburg sowie der Ethikkommission der Universität Göttingen vorgelegt und von ihnen genehmigt.

Wenn die Anrufer einverstanden sind, erfolgt frühestens 2 Tage nach dem Unfall ein Rückruf. Zu diesem Zweck haben wir einen Fragebogen erarbeitet. Die in dem telefonischen Interview erhobenen Angaben werden vertraulich behandelt. Das Interview kann jederzeit abgebrochen werden.

Die in dieser Studie erhobenen Informationen zum Produkt (das die Vergiftung verursacht hat) sowie zum Verlauf und Ausgang der Vergiftung werden helfen, solche Vergiftungen in Zukunft noch besser einschätzen und beraten zu können. Möglicherweise kann daraus auch abgeleitet werden, wie ggf. die Produktsicherheit erhöht werden kann.

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