



Begriffe, Krankheiten, Einrichtungen u.v.m., verknüpft mit dem zuständigen Bereich.
Im Menüpunkt "Übersicht" sind Einrichtungen unter verschiedenen Gesichtspunkten gruppiert: Kliniken, Abteilungen, Institute, Zentrale Einrichtungen und ähnliches.
Komplett arterielle Revaskularisation der Herzkranzgefäße
Insbesondere bei jüngeren Patienten ist unsere Abteilung sehr bemüht als Material für die koronare Bypass-Chirurgie komplett körpereigene Arterien zu verwenden. Da bei der koronaren Herzerkrankung die arterielle Seite der Gefäßversorgung des Herzmuskels verändert ist und somit die angelegten Koronar-Bypässe zur Überbrückung der arteriosklerotisch veränderten Koronararterien ebenfalls dem arteriellen Blutdruck ausgesetzt sind, ist als Bypass-Material auch eine körpereigene Arterie am besten geeignet. Ganz besonders gut geeignet ist hierfür die Brustbeinarterie, die rechts und links hinter dem Brustbein verläuft, da sie zum einen in topographischer Nähe des Herzens liegt und zum anderen eine Körperstammarterie ist. Diese Arterien sind neuronal weniger gesteuert als Extremitätenarterien. Die Aufgabe der Extremitätenarterien ist es auch z. B. im Rahmen der Temperaturregulation des Körpers eine Engstellung der Arterien auszulösen. Solchen Engstellungen der Gefäße (Gefäßspasmen) ist z. B. die Unterarmarterie (Arteria radialis), die man ebenfalls als Bypass-Material gut entnehmen kann, sehr viel eher ausgesetzt. Der wesentliche Vorteil aller Arterien ist aber, dass diese an die arteriellen Blutdruckverhältnisse angepasst sind und somit in diesem Druckbereich auch eine Elastizität aufweisen, die bei der Verwendung eines Venen-Bypasses nicht existiert. Dies dürfte somit auch hauptverantwortlich für die bessere Offenheitsrate der arteriellen Bypässe sein. Diese verbesserte Offenheitsrate macht sich insbesondere im Langzeitverlauf bemerkbar, was somit impliziert, dass insbesondere jüngere Patienten von der Verwendung arterieller Grafts profitieren. So verwenden wir bei diesen Patienten nicht nur die linke Brustbeinarterie, die sich in der koronaren Bypass-Chirurgie als Standardversorgung etabliert hat, sondern auch die rechte Brustbeinarterie, die wir häufig als freies Transplantat interponieren und die Unterarmarterie (Arteria radialis). Für die Präparation der rechten Brustbeinarterie haben wir in Freiburg extra ein Sperrersystem mit der Firma Karl Storz in Tuttlingen entwickelt, den sogenannten Multiretraktor nach Schöllhorn, mit dem diese Arterie in gleich hoher Qualität wie die linke Brustbeinarterie durch spiegelbildliches Umsetzen des Sperrersystems präpariert werden kann. Dies erleichtert die technische Durchführbarkeit und unterstützt somit zusätzlich die koronare Bypass-Operation unter Verwendung arterieller Bypasses. Unter Verwendung beider Brustbeinarterien und der Arteria radialis ist eine komplette arterielle Bypass-Versorgung des gesamten Herzens möglich. Es können somit alle drei Koronarsysteme revaskularisiert werden und mit sequentiellen Anschlüssen, bei denen zwei Kranzgefäße mit einem Bypass nacheinander versorgt werden, auch vier bis fünf Koronaranastomosen komplett arteriell realisiert werden.
Als Beispiel solcher arterieller Bypass-Konstruktionen, die für die entsprechende Koronarmorphologie der Patienten entwickelt wurden möchten wir zwei Operationsskizzen zeigen, die zu den jeweiligen Operationen angefertigt werden. Hierbei wurden beide Brustbeinarterien und die Arteria radialis verwendet, wobei die linke Brustbeinarterie mittels LIMA für Left Internal Mammaria Artery und die rechte Brustbeinarterie Synonym als RIMA mit Right Internal Mammaria Artery bezeichnet wird.
Die komplette arterielle Revaskularisation des Koronarsystems ist zwar technisch etwas anspruchsvoller, aber insbesondere für jüngere Patienten wegen der prognostisch besseren Ergebnisse zu bevorzugen.





