Normale Reizleitung am Herzen
Ein gesundes Herz schlägt in Ruhe mit einer regelmäßigen Frequenz von ca. 60 - 80 Schlägen pro Minute. Die Erregung des Herzens geht dabei vom sogenannten Sinusknoten aus, der am Übergang der oberen Hohlvene zum rechten Vorhof lokalisiert ist.
Der elektrische Impuls des Sinusknotens bereitet sich über die Vorhöfe des Herzens zu dem zwischen den Vorhöfen und Kammern liegenden AV-Knoten aus. Der AV-Knoten wird auch als sekundärer Schrittmacher bezeichnet. Fällt der Sinusknoten aus, kann der AV-Knoten als Schrittmacher einspringen. Die Frequenz ist jedoch deutlich geringer (ca 35/min). Vom AV-Knoten wird die Erregung über das sogenannte HIS-Bündel sowie die Tawara-Schenkel und Purkinje-Fasern in die Herzkammern weitergeleitet.
In Abbildung 1 sind schematisch die Höhlen des Herzens und das normale Reizleitungssystem dargestellt.
|
| Abb.1 Reizleitungssystem |
Im Rahmen der elektrischen Erregungsausbereitung kommt es im Herzen zunächst zu einer Kontraktion der Vorhöfe. Die Herzkammern sind während dieser Phase entspannt (Diastole des Herzens) und die Vorhöfe pumpen das Blut in die Herzkammern. Anschließend kommt es zur Kontraktion der Herzkammern (Systole des Herzens) und das Blut wird in die Hauptschlagader oder Aorta bzw. die Lungenschlagader gepumpt. Anschließend folgt eine neue Herzperiode mit einem weiteren Herzschlag. Abbildung 2 zeigt den Fluß des Blutes durch das menschliche Herz.
|
| Abb.2 Fluß des Blutes durch das menschliche Herz, blau bedeutet sauerstoffarmes, rot bedeutet sauerstoffreiches Blut, 1= Hauptschlagader (Aorta), 2= linker Vorhof, 3= linke Kammer, 4= rechte Kammer, 5= rechter Vorhof, 6= Lungenschlagader
|
Die Herzaktion kann im Elektrokardiogramm (EKG) registriert werden. Abbildung 3 zeigt das EKG bei normalem Sinusrhythmus.
|
| Abb.3 EKG des Herzens bei normalem Sinusrhythmus
|