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Kryotherapie
Hämangiome ("Blutschwämmchen") sind gutartige Gefäßtumore, die bei ca. 5% aller Säuglinge auftreten können. In früheren Zeiten galt bei unkomplizierten Hämangiomen das Abwarten als die Methode der Wahl, da sich die Hämangiome bekannterweise nach dem ersten Lebensjahr spontan zurückbilden können. Inzwischen hat die Kontakt-Kryo-Therapie wegen ihrer geringen Belastung für die Patienten und der Risikoarmut sowie der wesentlich besseren kosmetischen Resultate das abwartende Vorgehen abgelöst.
Durch diese Behandlung, die auch mehrfach durchgeführt werden kann, können Hämangiome, aber auch andere Hauterscheinungen gut behandelt werden. Kryo-Therapie bedeutet "Vereisungs" - Behandlung. Durch die gezielte örtliche Behandlung mit Kältestäben oder Sonden, die durch Flüssigstickstoff bis auf -196°C abgekühlt oder durch Peltier-Kaskade auf -32°C gebracht sind, kommt es für einige Sekunden zu einem raschen Gefrieren der krankhaften Zellen und deren lokaler Abtötung. Eiskristallbildung der Zellorgane oder der Zellwände zerstören die wachsenden Gefäßzellen in den Blutschwämmchen.
Wir verwenden hier in unserem Zentrum ein Kontakt-Kryo Gerät, welches eine Temperatur von -32°C abgibt. Dies scheint derzeit das schonendste Verfahren für Hämangiome zu sein. Die Vereisung wirkt an sich schon betäubend, meist wird zusätzlich zur lokalen Betäubung noch ein Pflaster mit einem Oberflächenanästhetikum eingesetzt. Zusätzlich kann Paracetamol gegeben werden.
Ergebnis: Das kosmetische Ergebnis ist in der Regel sehr gut. Es können geringe Narben entstehen, natürlich abhängig von der Größe und Lokalisation des Blutschwämmchens. Komplikationen sind sehr selten (z. B. Nekrosen im Sinne von unschönen Narben und Infektionen). Eine Garantie für ein optimal schönes Ergebnis kann natürlich bei einem kosmetischen Eingriff nicht gegeben werden. Die Narben sehen jedoch erfahrungsgemäß besser aus als nach selbständiger Rückbildung.
Praktische Durchführung: Das schnelle Schockgefrieren der erkrankten Haut auf die durch die auf -32°C abgekühlten Stäbe führt zu einer Weißverfärbung (Vereisung) der Haut. Kurz danach, nach etwa 1 Minute, sieht das Blutschwämmchen zunächst aus wie vor der Behandlung. Die behandelte Hautstelle reagiert am nächsten Tag wie eine leichte Verbrennung. Man sieht eine Blase oder feuchte Stelle. Diese wird in den nächsten Tagen dunkler (braun-schwarz) und es bildet sich eine Kruste. Etwa zwischen dem 7. und 12. Tag im Gesicht, an den Gliedmaßen etwa nach 2-3 Wochen löst sich die Kruste. Eine junge Haut kommt zum Vorschein, die zunächst rosig ist, dann in den nächsten Wochen wieder weitgehend normale Hautfarbe annimmt.





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