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Meningokokken-Netz

Hintergrundinformationen

Neisseria meningitidis

1879 Nachweis von Gonokokken im Eiter eines Gonorrhoe-Patienten durcg Albert Neisser

1887 Nachweis von Meningokokken im Liquor bei eitriger Meningitis durch Anton Weichselbaum

Gramnegative Diplokokken

Reservoir Mensch (Nasen-Rachen-Raum)

Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Inkubationszeit 2 – 7 Tage

Epidemiologie

626 invasive Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland in 2005

  • Inzidenz 0,8 pro 100.000 Einwohner

561 Isolate an Nationales Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM)

  • Einsenderate 90 %

Zwei Altersgipfel:

  • 0-5 Jahre und 15-19 Jahre
  • 38% aller Fälle < 5 Jahre
  • 26% < 2 Jahre
  • 17% < 1 Jahr

8% Letalität (2004)

  • 33% Letalität bei Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (14% aller Fälle)
  • Höhere Letalität < 5 Jahre und > 14 Jahre

Differenzierung in 12 Serogruppen anhand der Antigeneigenschaften der Kapselpolysaccharide

  • A, B, C, D, H, I, K, L, X, Y, 29E, W135

Feintypisierung anhand von Antigenvarianten der Membranproteine PorA und FetA

  • Sind Bestandteile von Vakzinen gegen Serogruppe B
  • Hilfreich bei der Analyse von Ausbrüchen und langfristiger epidemiologischer Trends

Epidemien durch wenige Meningokokken-Klone mit besonderer Virulenz

  • Aktuell in Europa bedeutsam: ET 15 - Klon

Surveillance

Meningokokken-Infektionen sind meldepflichtige Erkrankungen, d.h. bei jedem Erkrankungsfall wird das zuständige Gesundheitsamt informiert.
Sowohl das Gesundheitsamt als auch die bakteriologischen Labore in Krankenhäusern und Laboreinrichtungen sind aufgefordert, ihre Meningokokken-Isolate zur weiteren Typisierung an das  Nationale Referenzzentrum für Meningokokken (NRZM) in Würzburg einzusenden.
Dieses arbeitet im Auftrag des  Robert-Koch-Institutes (RKI) und überwacht bundesweit die Ausbreitung von Meningokokken-Infektionen und auslösenden Bakterien-Stämmen.
So gelingt es - u.a. mit Hilfe eines  Geografischen Informationssystems (EpiScanGIS) zur Darstellung der Verteilung der Erkrankungsfälle, ein Frühwarnsystem aufzubauen, das Erkrankungsausbrüche rechtzeitig anzeigen kann und somit verhindern hilft.


Mitglied im PathoGenoMics-Netzwerk der Europäischen Union
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
unterer Abschluss
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