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Vorbereitungen zur Operation

Sobald das positive Votum der Ethik-Kommission vorliegt, kann die Terminplanung zur Operation erfolgen. Den zeitlichen Ablauf einer ABO-inkompatiblen Nierentransplantation zeigt die Grafik:

1. Intravenöse Gabe von Rituximab 4 Wochen vor der Transplantation:

4 Wochen vor der geplanten Transplantation wird der Empfänger stationär aufgenommen. Er erhält eine Infusion mit dem Medikament Rituximab (Mabthera). Der Patient kann am Folgetag die Klinik wieder verlassen.

2. Stationäre Aufnahme zur Vorbereitung der Nierentransplantation

7 Tage vor der geplanten Operation wird der Empfänger erneut stationär aufgenommen. Er bekommt nun Medikamente verabreicht, die er auch nach der Transplantation lebenslang einnehmen muss, um eine Abstoßung zu verhindern. Gleichzeitig wird mit dem Immunadsorptionsbehandlungen begonnen, um die Blutgruppenantikörper aus dem Blut zu entfernen. In der Regel werden vor der Transplantation 4 Immunadsorptionsbehandlungen durchgeführt. Eine solche Behandlung dauert 3-5 Std. Sie ähnelt einer Hämodialysebehandlung und kann entweder über einen Dialyseshunt oder einen zentral-venösen Katheter durchgeführt werden. Sollten die Antikörperspiegel nach 4 Behandlungen noch nicht ausreichend gesenkt sein, so werden weitere Behandlungen durchgeführt, so lange bis die Antikörperspiegel nahezu nicht mehr messbar sind. Der Patient erhält in der Woche vor der Transplantation zusätzlich eine einmalige Infusion von Immunglobulin. Dies soll ebenfalls Abstoßungen vorbeugen.

3. Operation:

Am Tag vor der Operation wird der Nierenspender einbestellt und nochmals vom Narkosearzt untersucht. Die Operation selbst unterscheidet sich nicht von einer normalen Nierenlebendspende.

4. Nach der Transplantation:

Nach der Transplantation wird für 14 Tage engmaschig die Höhe der Antikörperspiegel gegen die fremde Blutgruppe im Blut des Empfängers gemessen. Sollten die Spiegel ansteigen, so erhält der Patient erneut Immunadsorptionsbehandlungen. Da nach 14 Tagen kein erhöhtes Risiko mehr für Antikörper vermittelte Abstoßung besteht, wird dann auch die Messung der Antikörper im Blut beendet und es finden auch keine Immunadsorptionsbehandlungen mehr statt. Nach dem 14. Tag verläuft die ABO-inkompatible Nierentransplantation exakt nach dem gleichen Nachsorgeschema wie jede andere Nieren-transplantation.

5. Protokollbiopsie:

Am Transplantationszentrum Freiburg erhält jeder Nierentransplantierte Patient, der keine Kontraindikation für eine Nierenbiopsie hat, eine sog. Protokollbiopsie 3 Monate nach der Transplantation. Die Nierenbiopsie ist ein risikoarmes Verfahren, bei dem mit einer dünnen Nadel Ultraschallgesteuert eine Gewebeprobe aus der transplantierten Niere gewonnen wird. Diese Gewebeprobe wird feingeweblich untersucht. Sinn der Untersuchung ist es frühe, unerkannte Abstoßungsreaktionen oder Zeichen der Medikamentenunverträglichkeit bzw. Virusinfektionen der Niere zu sehen und so rechtzeitig durch geeignete Medikamente reagieren zu können, um eine Transplantatfunktionsverschlechte-rung zu vermeiden.

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