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Von warmen Mäusen und kalten CT-Geräten

Von Benjamin Waschow

Es ist schön warm, das Licht brennt und aus dem Wasserhahn strömt das kühle Nass. Für Mitarbeiter und Patienten des Universitätsklinikums sind Strom, Wasser und Wärme selbstverständlich. Doch woher stammt die ganze Energie für das Klinikum? Ein Blick hinter die Kulissen hinein in das klinikumseigene Heizkraftwerk bringt Erstaunliches zum Vorschein.

Seit dem Neubau des Klinikums in den 1930er Jahren existiert am Universitätsklinikum Freiburg ein Heizkraftwerk, das in den 60er Jahren in ein Kohle- und Öl-gefeuertes Heizkraftwerk zur Deckung des Eigenbedarfs umgebaut wurde. Heute kann auch Gas als Energieträger im Heizkraftwerk verbrannt werden. „Wir erzeugen mit unserem Heizkraftwerk neben Wärme gleichzeitig Strom“, erklärt Wolfgang Müller, Leiter der Abteilung Energieversorgung und Umwelttechnik des Universitätsklinikums. „Durch die Verwendung einer zusätzlichen Gasturbine zur Stromerzeugung ist das Universitätsklinikum mittlerweile energieautark.“

Klinikwärme in ganz Freiburg

Aber das Heizkraftwerk, das 2003 mit dem Titel „Heizkraftwerk des Jahres“ ausgezeichnet wurde, beliefert auch andere Gebäude in Freiburg mit Wärme. Über ein 33 Kilometer langes, unterirdisches Ferndampfnetz werden die gesamte Universität, mehrere Behörden, darunter das Gefängnis sowie private Haushalte in Freiburg mit Wärme aus dem Klinikum versorgt. Das Freiburger Heizkraftwerk ist eines der größten Heizkraftwerke in einer deutschen Klinik. Es erzeugt soviel Wärme, dass damit rund 30.000 Haushalte versogt werden könnten. Und nicht nur Wärme, sondern auch Strom und Kälte erzeugt und verkauft des Universitätsklinikum. „Hier zeigt sich, dass es eine kluge Idee war und ist, das Heizkraftwerk im Besitz des Universitätsklinikums zu belassen und es nicht zu privatisieren“, stellt Wolfgang Müller fest. „Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit sind die Grundpfeiler unserer Energiegewinnung. Und das können wir selber mindestens genau so gut wie Fremdanbieter, leisten.“

Ökologisch und ökonomisch

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Dank einer hoch effizienten Kraft-Wärme-Kälte-Koppelung sowie dem Einsatz von Sonnenenergie ist die Energiegewinnung am Klinikum aber nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch. „Was viele überrascht, ist, dass wir neben Wärme auch Kälte erzeugen“, so Müller. Schließlich wollen es Mitarbeiter und Patienten nicht nur im Winter schön warm haben, sondern sie möchten sich im Sommer auch in gekühlten Räumen aufhalten. Die Kälte wird aber nicht nur für die Befindlichkeiten der Menschen produziert: Viele Geräte, beispielsweise Computer-Tomographen müssen gekühlt werden. Das Universitätsklinikum produziert dabei so viel Kälte wie etwa 45.000 Kühlschränke, allerdings umweltfreundlich und komplett ohne FCKW. Dabei führt die Verwendung von dampfgetriebenen Kältemaschinen zu einer effizienten Auslastung des klinikeigenen Heizkraftwerks. „So kann die Wärme, die im Winter für die Raumheizung benötigt wird, im Sommer zur Kälteerzeugung verwendet werden“, erklärt Müller.

Mehr als nur Wärme

Die Abteilung Energieversorgung und Umwelttechnik ist nicht nur für die Energieerzeugung und -verteilung verantwortlich, sondern sorgt auch dafür, dass über 300 Klimaanlagen laufen. Über eine komplexe Leittechnik können diese fernüberwacht und -gesteuert werden. Wenn es die Mäuse im Labor etwas wärmer haben sollen, schreiten meine Mitarbeiter zur Tat“, erzählt Wolfgang Müller schmuzenlnd. Die 65 Beschäftigten der Abteilung Energieversorgung und Umwelttechnik kümmern sich aber auch darum, dass aus den Wasserhähnen Wasser fliest. Mit der im Klinikum verbrauchten Wassermenge könnten über 5000 Haushalte mit Wasser versorgt werden. Und wenn mal wieder ein Flachmann oder ein sonst falsch entsorgter Gegegenstand eine Toilette verstopft, sind die Mitarbeiter von Wolfgang Müller gefragt, die sich auch um den kompletten Sanitärbereich des Klinikums kümmern.

                                                                                                                                    zurück...