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Pilzzeit – Genießen ohne Risiko
(02.09.2011) Immer wieder landen giftige Pilze in den Sammlerkörben. Eine schwere Pilzvergiftung könnte die Folge sein.
Viele der 2000 Pilzarten sind ungefährlich
und essbar. Doch was tun, wenn der Pilz
giftig war?
Foto: Fotolia
Jetzt beginnt sie wieder, die Pilzzeit. Eifrige Sammler durchstreifen mit Pilzlexikon und Körben bewaffnet die heimischen Wälder. Mindestens 2000 verschiedene Pilzarten gibt es. Neben dem Steinpilz und dem Pfifferling sind über 600 weitere Arten im Schwarzwald um Freiburg vertreten. Viele von ihnen sind selten und noch nicht ausreichend erforscht. Daher weiß niemand genau, welche davon tatsächlich essbar sind.
Vorsicht ist geboten, denn viele Giftpilze sehen essbaren Pilzen zum Verwechseln ähnlich. „Daher reicht es nicht aus, mit dem Pilzbuch in den Wald zu gehen“, sagt Dr. Uwe Stedtler, stellvertretender Leiter der Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg „Es können immer wieder Abweichungen vorkommen, die noch nicht vermerkt wurden.“ Pro Jahr sterben allein in Baden-Württemberg zwei bis drei Menschen an Pilzvergiftungen. Im Zweifelsfall sollten Sammler die Finger von unbekannten Pilzen lassen oder bei Sachverständigen nachfragen.
Fast 95 Prozent aller tödlich endenden Pilzvergiftungen gehen auf den Knollenblätterpilz zurück, der dem Wiesenchampignon ähnlich sieht. Bereits kleine Mengen sind gefährlich. „Schuld an einer Vergiftung ist meist Amanitin, ein giftiger Eiweißstoff, der in manchen Pilzen vorhanden ist. Der lässt sich weder durch Kochen noch durch Trocknen unwirksam machen“, weiß Dr. Stedtler.
Der Knollenblätterpilz - der häufigste Verur-
sacher von Pilzvergiftungen
Foto: Fotolia
Neben den Knollenblätterpilzen enthalten aber auch andere Lamellenpilze, wie beispielsweise der Gifthäubling, Amanitin. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn der Gifthäubling kann leicht mit dem Stockschwämmchen verwechselt werden. Außerdem ist vor dem Verzehr des Grünlings zu warnen, der bis 2001 als essbar galt. Eine damals veröffentlichte, französische Studie berichtet über zwölf Fälle von Muskelzerfall nach dem Verzehr von Grünlingen. Noch ist nicht ganz geklärt, inwieweit die Grünlinge auch hierzulande zu derartigen Erkrankungen führen können; dennoch ist von deren Verzehr dringend abzuraten. Generell lässt sich sagen, dass die meisten hochgiftigen Pilze zu den Lamellenpilzen gehören.
Pilzvergiftungen können nicht nur Magen-Darm-Beschwerden auslösen, sondern auch irreparable Schäden an Leber und Niere verursachen. Vor allem bei Kindern verläuft eine Pilzvergiftung häufig schwerer als bei Erwachsenen. Es gibt aber kaum eindeutige Vergiftungssymptome. Leichte Pilzvergiftungen, die nicht lebensgefährlich sind, können schon zwischen 15 Minuten und vier Stunden nach dem Pilzessen auftreten und mehrere Tage anhalten.
Bei einer schweren und lebensbedrohenden Vergiftung können die ersten Anzeichen Tage auf sich warten lassen. „Oft werden die Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Halluzinationen und Harnbluten dann gar nicht mehr mit dem Pilzkonsum in Verbindung gebracht“, so der Vergiftungsexperte. Wenn die ersten Anzeichen einer Vergiftung zu erkennen sind, sollten Betroffene sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren.
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Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg |
„Die Bestimmung ist wichtig, um die Giftigkeit einzuschätzen. Und je präziser der Pilz beschrieben werden kann, desto genauer kann die erforderliche Behandlung dann sein“, erklärt Dr. Uwe Stedtler. Wenn noch Reste der Pilze übrig sind, sollten Betroffene diese zur Identifizierung mit zum Arzt nehmen.














