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Schlaflos im Sommer

(31.7.2012) Mit den Temperaturen steigt auch die Zahl der unruhigen Nächte. Schlafmedziner Professor Dieter Riemann gibt Tipps, wie wir bei Hitze besser ein- und durchschlafen können.

Die Sommerhitze ist für unseren Körper nicht nur tagsüber anstrengend. Sie ist oft auch der Grund, dass er nachts keine Ruhe findet. Die Decke wird weggeschubst, das Fenster geöffnet – und ständig fällt der Blick auf den Wecker. Durchschlafen scheint unmöglich, und wer nur wenig Schlaf findet, fühlt sich am nächsten Morgen wie gerädert.
Professor Dieter Riemann ist Leiter des Zentrums für Schlafmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Die ampuls-Redaktion hat ihn gefragt, was wir tun können, um auch in warmen Nächten gut zu schlafen.

Kontakt

Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
Bereich Schlafmedizin


ampuls: Hilft es vor dem Schlafen gehen ein kaltes Fußbad zu nehmen oder sich kalt abzuduschen?
Riemann: „Das ist sicher in Maßen hilfreich, wobei der Effekt eher subjektiv ist, das heißt man fühlt sich vielleicht etwas“ abgekühlt“. Die Erfrischung hält allerdings nicht lange an."

ampuls: Was ist mit feuchten Tüchern? Der Verdunstungseffekt kühlt die Haut.
Riemann: „Das hilft leider auch nur kurz und nur vorübergehend.“

ampuls: Oft steht die Luft im Zimmer. Ist es eine gute Idee mit einem Ventilator Zugluft zu erzeugen?
Riemann: „Das machen natürlich viele während des Tages um nicht so stark zu schwitzen, während der Nacht würde ich alleine schon wegen des Stromverbrauchs und der eventuellen Geräuschkulisse davon abraten.“

ampuls: Hilft es ein kaltes Getränk vor dem Einschlafen zu trinken? Oder doch ein Glas Rotwein?
Riemann: „Die Effekte sind zu vernachlässigen. Vom Rotwein würde ich sogar als Einschlafhilfe in diesem Fall abraten. Flüssigkeit ist aber auf der anderen Seite natürlich gut, um den erhöhten Durst im Sommer zu stillen, aber wie gesagt: Alkoholische Getränke wirken sich eher negativ auf unseren Schlaf aus.“

ampuls: Was hilft wirklich?
Riemann: „Das Schlafzimmer sollte an heißen Tagen den ganzen Tag über verdunkelt sein. Die Rollläden besser erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder etwas hochziehen und dann lüften. Man sollte nur leichte Bettwäsche nutzen und Bettbekleidung tragen, und eventuell auch erst später ins Bettgehen – es macht wenig Sinn sich schwitzend im Bett zu wälzen und unter Druck zu setzen Einschlafen zu müssen. Im Sommer, bei hohen Lichtintensitäten, ist unser Schlafbedürfnis im Vergleich zu Wintertagen etwa um eine halbe Stunde reduziert, das heißt wir kommen mit etwas weniger Schlaf als in der dunklen Jahreszeit aus. Natürlich könnte man durch eine klimatisierte Wohnung generell die heißen Nächte „neutralisieren“, allerdings sollte man sich dann der negativen Folgen des damit verbundenen erhöhten Energieverbrauchs bewusst sein. Letztendlich handelt es sich bei der sommerlichen Hitze in unseren Breiten um ein Phänomen, dass eher auf kurze Zeiträume beschränkt ist, so dass man nie lange auf die nächste nächtliche Abkühlung warten muss.“

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