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Yoga verbessert Gleichgewicht nach Schlaganfall

(03.08.2012) Eine neue Studie zeigt: regelmäßige Yoga-Übungen helfen die Stand- und Gangsicherheit nach einem Schlaganfall zu verbessern.

Zu einem Schlaganfall kommt es, wenn Blutgefäße im Gehirn verstopft oder gerissen sind. In beiden Fällen werden die Gehirn-Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das kann zum Absterben von Nervenzellen führen und in dem betroffenen Bereich zu Funktionsverlusten, körperlich und geistig. Das Ausmaß des Verlustes hängt davon ab, wie lange die Unterversorgung besteht und welches Gebiet, in welchem Umfang betroffen ist. Typische Symptome sind unter anderem eine plötzliche einseitige Lähmung, Taubheitsgefühle, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen. Bei sehr rascher Therapie durch Gerinnsel auflösende Medikamente können die Folgen des Schlaganfalles durch Blutgefäßverstopfung (Hirninfarkt) oft deutlich gemindert werden. Bei einem Teil der Patienten bleiben dennoch körperliche Einschränkungen dauerhaft bestehen. Diese Patienten müssen ihre Fähigkeit mühsam mit regenerativen Übungen wieder erarbeiten. „Zerstörte Gehirnzellen kann der Körper zwar nicht heilen, aber man kann andere darauf trainieren die verlorenen Funktionen zu übernehmen“, erklärt Professor Matthias Reinhard, Oberarzt der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Freiburg.

Rehabilitationsmaßnahmen helfen das Ausmaß der körperlichen und geistigen Einschränkungen zu verringern oder diese sogar wiederherzustellen. Störungen der Gangsicherheit und des Gleichgewichtssinnes sind dennoch häufige Folgen eines Schlaganfalles. Yoga kann mit seiner Mischung aus Bewegung, bewusster Atmung und Meditation den Gleichgewichtssinn der Schlaganfallpatienten verbessern. Das ergab nun eine kürzlich veröffentlichte Studie der Indiana University School of Medicine, Indianapolis.

Nachdem eine Gruppe Erwachsener, die an den Folgen eines Schlaganfalles litten, zwei Mal wöchentlich an Yoga-Übungen teilgenommen hatte, stellte sich ein spürbarer Erfolg ein. Die Betroffenen hatten nach insgesamt 16 Sitzungen unterschiedliche Positionen im Stehen, Liegen und Sitzen erlernt. Außerdem hat sich ihr Gleichgewichtssinn so gut verbessert, dass sie ihrem Körper wieder mehr zutrauten und weniger Angst hatten zu stürzen. Bei der Kontrollgruppe der Studie zeigte sich keine Verbesserung der Balance. Mit 47 Teilnehmern ist die Aussagekraft der Studie jedoch begrenzt, daher ist eine Anschlussstudie geplant.

Die Studie hat jedoch gezeigt, dass Yoga für Schlaganfallpatienten eine geeignete Therapieform sein kann, sofern die Übungen von einem zertifizierten Therapeuten geleitet werden. Er kann sie auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abstimmt.

Die Studie ist publiziert in Stroke (2012; doi: 10.1161/STROKEAHA.112.658211).

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