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Gesund aufgetischt
(24.02.2012) Das individuelle Krebsrisiko kann durch einfache Ernährungsregeln deutlich gesenkt werden. Doch wie lassen sich die Mahnungen der Wissenschaft in einen akzeptablen Ernährungsalltag übernehmen?
Anhand des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Krebserkrankungen hat amPuls einen genauen Blick auf „gutes“ und „schlechtes“ Essen geworfen.
Das Ergebnis: ein Leitfaden, der auch im Alltag gesunden Genuss ohne totalen Verzicht möglich macht. „Nahrung kommt direkt mit verschiedenen Organen des menschlichen Organismus in Kontakt“, sagt Dr. Anja Osterhues, Ernährungsexpertin des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer CCCF des Universitätsklinikums Freiburg.
Über Stoffwechselvorgänge und (epi)genetische Prozesse können Frühstück, Mittag- und Abendessen bis in jede Zelle hinein wirken. Am Beispiel Krebs gibt es Nahrungsmittel und Bestandteile, die Krebsentstehung und -wachstum fördern – und solche, die die Gefahr eines Tumors vermindern können. Bei Übergewicht gilt allerdings, dass der Körper selbst ein Krebsrisikofaktor ist.
„Menschliches Fettgewebe speichert nicht nur Energie. Es schüttet auch Hormone aus,
die vor allem bei Frauen das Krebswachstum begünstigen“, so Professor Hartmut Bertz, Onkologe und Ernährungsmediziner der Klinik. Besser als jeder Verzicht auf
Steak und Co. ist es, Übergewicht zu vermeiden, rät der Experte.
Doch welche Ernährung ist gesund?
Ganz oben auf dem Speiseplan sollten Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte stehen. Diese Lebensmittel enthalten jede Menge Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. „Viele dieser Substanzen haben krebsprotektive, d. h. krebsschützende, Eigenschaften und wirken beispielsweise antioxidativ. Außerdem sind sie reich an Ballaststoffen“, so Expertin Osterhues. Professor Bertz ergänzt: „Obst und Gemüse sind auch deshalb so gesund, weil sie vom Verzehr kalorienreicher Nahrungsmittel durch das Sättigungsgefühl abhalten können.“
Allem Genuss zum Trotz sollten Fleisch und Fleischwaren wie bespielsweise Wurst dagegen nur in Maßen verzehrt werden. Es gilt als bewiesen, dass der lange und regelmäßige Verzehr von zu viel rotem Fleisch (Schwein, Rind, Schaf) und/oder gepökeltem Fleisch vor allem das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht. Ähnlich gefährlich ist der Konsum von zu viel Speisesalz, das Gastritis und in Folge Magenkrebs verursachen kann.
Zu viel Alkohol ist ein weiterer Faktor für zahlreiche Krebserkrankungen. Experte Bertz: „Wegen des positiven Effekts auf Herz- und Kreislauf ist das Glas Rotwein am Tag aber noch immer geboten.“ Aber nicht nur auf die Auswahl auch auf die Zubereitung der Lebensmittel kommt es an. Krebserzeuger im Essen entstehen beispielsweise beim scharfen Braten oder Frittieren bei
Temperaturen jenseits der 150 Grad. Das durch die Medien bekannt gewordene „Acrylamid“ in zu stark frittierten Pommes frites ist nur ein Beispiel dafür. „Beim
starken Erhitzen von Fleisch kommt es zur Bildung ähnlich gefährlicher Stoffe, besonders wenn beim Grillen heißes Fett in die Glut tropft“, sagt Expertin
Osterhues.
Tipps für die richtige Ernährung im Alltag
Wie lassen sich die vorgestellten und weitere
Mahnungen der Wissenschaft in einen akzeptablen
Ernährungsalltag übernehmen?
Ganz
einfach: Unsere beiden Experten haben Forschungsergebnisse
des World Cancer Research
Funds auf wenige Punkte zusammengepackt
und in einer handlichen Tabelle aufbereitet.
● Übergewicht ist der Champion unter den ernährungsbedingten Krebsauslösern. Halten Sie Ihren Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 25. Dabei helfen 30 Minuten Bewegung täglich.
● täglich mindestens fünf handgroße Portionen Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte verzehren.
● Fette, auch in Nahrungsmitteln versteckte Fette, sollten maximal 30 Prozent der täglichen Kalorien ausmachen. Tierische Fette (in Wurst, Butter, Käse, etc.) sollten gegen Vertreter aus Pflanzen, Nüssen und Fischen getauscht werden.
● Rotes und gepökeltes Fleisch sowie Wurst: maximal 500 Gramm pro Woche. Essen Sie lieber Fisch und Geflügel.
● keine verschimmelten und faulen Lebensmittel verzehren
● kein Nachsalzen von Lebensmitteln: Sechs Gramm Salz am Tag genügen – viele Lebensmittel enthalten bereits viel Salz.
● Alkohol in Maßen genießen: Männern sind ein bis zwei Bier täglich erlaubt, Frauen wegen des anderen Stoffwechsels nur die Hälfte.
● Temperaturen über 150 Grad und zu langes Garen von Lebensmitteln müssen nicht sein.
● bei einer ausgewogenen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel prinzipiell nicht nötig. Ausnahme: die Einnahme von Folsäure für Frauen im gebärfähigen Alter sowie Vitamin D-Tabletten für alle Personen in den Wintermonaten














