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Vor dem Anpfiff an Nitrospray denken

(23.6.2010) Für einige Fernsehzuschauer kann die Anspannung bei der Fußball-Weltmeisterschaft so groß sein, dass sie eine Herzattacke bekommen. Was empfehlen Mediziner herzkranken Fußballfans?

(bw) Nicht nur Fußballspielen lässt den Puls steigen – auch das bloße Zuschauen im heimischen Fernsehsessel lässt bei so manchem Fan das Herz rasen. Das ergab eine Auswertung der Münchener Rettungseinsätze während der Fußball-WM 2006. Bei Spielen der Deutschen Nationalmannschaft stiegen die Notfalleinsätze wegen Herzinfarkts, Angina pectoris und akuten Koronarsyndroms stark an. Fußballfans mit einer koronaren Herzerkrankung können bei der aktuellen Weltmeisterschaft von präventiv angewendetem Nitrospray profitieren. „Wir wissen seit langem, dass Stress ein wichtiger Faktor bei der Auslösung von Herzattacken ist“, so Professor Dr. Dr. Manfred Zehender, Leitender Oberarzt der Kardiologie des Universitätsklinikums Freiburg. „Viele Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung wissen allerdings nicht, dass ihnen Nitrospray helfen kann eine solche Attacke frühzeitig zu beenden.“

Mit gut durchblutetem Herzen das Finale überstehen

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Die Herzkranzgefäße sind die Blutgefäße, die für die Durchblutung des Herzens sorgen und dem Herzmuskel den nötigen Sauerstoff liefern. Bei der koronaren Herzkrankheit ist die Durchblutung des Herzens gestört. Glyceroltrinitrat, der Wirkstoff von Nitrospray, ist ein gefäßwirksames Nitrat. Es wird im Körper schnell abgebaut und zerlegt. Hierbei entsteht Stickstoffmonoxid, ein körpereigener Botenstoff. Stickstoffmonoxid erweitert die großen Koronararterien und verbessert die Durchblutung des Herzens. Außerdem – und dies scheint von der Wirkung her noch wichtiger zu sein - senken Nitrate die Vorlast und entlasten so das Herzen durch Senkung des Sauerstoffverbrauches.

Helfen kann das aber nur, wenn eine Gefäßeinengung zu Blutzufuhr vermindert und andererseits die Aufregung das Herz mehr Sauerstoff verbrauchen lässt. „Im Falle eines akuten, plötzlichen Verschlusses eines Herzkranzgefäßes sind Nitrate praktisch wirkungslos – hier muss sofort der Notarzt gerufen werden und das Gefäß in einem Klinikum wiedereröffnet werden“, so Professor Zehender. Wer also weiß, dass er unter einer koronaren Herzerkrankung leidet und gleichzeitig das nächste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft nicht völlig teilnahmslos verfolgen will, sollte stets Nitrospray bei sich tragen. Im Falle von starken, nitro-negativen Schmerzen muss sofort den Notarzt gerufen werden.

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