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Zur Blutbar gekrabbelt
(10.11.2009) Erfahren Sie, wie Flöhe und Läuse wohnen, was sie gerne essen, wie sie sich wohl fühlen und – und nur für den Fall – wie man sie wieder los wird.´
(sg) Flöhe sind zwar nur zwei bis vier Millimeter lang, springen aber bis zu 35 Zentimeter weit und 20 Zentimeter hoch. „Der Menschenfloh ist fast vollkommen ausgerottet, was vor allem den verbesserten Hygienebedingungen zu schulden ist“, erklärt Dr. Markus Hufnagel, Funktionsoberarzt der Sektion Pädiatrische Infektiologie, Immunologie und Vakzinologieam Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg.
Wie Menschen meistens auch, kommt der Floh nur zum Trinken zu seinem Wirt und verlässt ihn hinterher wieder. Weil er meist irgendwann zurück zu seinem tierischen Gastgeber will, mietet er sich bei Menschen auch nicht all zu lange ein. Um zu testen, ob er eine schmackhafte Stelle gefunden hat, werden ein oder mehrere Probestiche gemacht, was dann zu mehreren Flohstichen in einer Reihe führen kann. „Solche sind als kleine, dunkle Punkte auszumachen, die von roter geschwollener Haut umgeben sind“, so Dr. Andrea Pfister-Wartha, Oberärztin der Abteilung Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Freiburg.
Sollten ihre eigentlichen Haustiere keine Lust mehr haben, die Blutbar für den kleinen Mitesser zu stellen, ist ihnen ein Flohhalsband sehr zu empfehlen. Vermehrt auf Kinderköpfen zu finden sind Kopfläuse. Zwar leben die Weiblein nur vier und Männlein sogar nur zwei bis drei Wochen, jedoch schafft es eine gute Partie auf bis zu zehn Eier pro Tag. „Nach etwa einer Woche schlüpft die Larve und nach ein bis zwei weiteren erreicht sie die volle Geschlechtsreife“, erklärt Dr. Hufnagel. Allerdings sollte die Bar gut gefüllt sein. Alle zwei bis vier Stunden wird sich der Gast einen Schluck genehmigen. „Lausstiche machen sich als kleine, rote, juckende Punkte bemerkbar, die sich schnell über den ganzen Kopfbereich ausbreiten“, weiß Dr. Pfister-Wartha.
Trotz seinem Durst kommt Ausgehen und lange wegbleiben nicht in die Tüte, denn außerhalb des Kopfes sterben sie nach spätestens drei Tagen. „Das ist auch der Grund, weshalb sie meist direkt von Kopf zu Kopf wandern und nur sehr selten über Mützen, Kissen oder Kuscheltiere übertragen werden“, beschreibt Dr. Hufnagel weiter. Anders als Flöhe, werden Läuse auch nicht von Haustieren mitgebracht. Die Laus-Eier, auch Nissen genannt, werden mit einem für uns unauflöslichen Klebstoff nahe der Kopfhaut seitlich an die Haare geklebt. Dort bleiben sie sogar nach dem Schlüpfen.
Um heraus zu finden, ob man gerade Gastgeber geworden ist, bieten sich zwei Hausmittel an: Weil der kleine Kamerad etwas lichtscheu und in haarigen Gefilden ziemlich schnell unterwegs ist, bekommt man ihn nur selten zu Gesicht. Nachdem man sich die Haare einmal gewaschen und anschließend mit einer Pflegespülung eingeschäumt hat, sind die Kletterer aber nicht mehr all zu schnell. Kämmt man mit einem geeigneten Läusekamm die eingeschäumten Haare sorgfältig, Strähne für Strähne durch und streift die Rückstände der Spülung dann aus dem Kamm auf ein Tuch, müsste man bei Befall die schüchterne Gesellschaft auf diesem wieder finden. Dies ist zwar mit einigem Zeitaufwand verbunden, jedoch die sicherste Methode.
Den Haaransatz nach Nissen abzusuchen ist ein kniffliges Unterfangen, da sie leicht übersehen werden und mit normalen Hausmitteln nicht zu erkennen ist, ob diese noch gefüllt oder schon ausgeschlüpft sind. Um zu überprüfen ob die letzte Läuse-Kur funktioniert hat, ist diese Methode also ungeeignet. Da nicht zwingend alle ihrer Bekannten gute Läusegastgeber sein wollen, müssen enge Kontakte und öffentliche Einrichtungen wie Schule, Kindergarten oder Sportverein umgehend informiert werden. Gemeinschaftseinrichtungen dürfen im Falle von Kopflausbefall nicht besucht werden.
Da Läuse immer häufiger immun gegen entsprechende Mittel sind, sollte im Falle einer Kopfhaut-Räumung ein Arzt konsultiert werden. „Bei allen Parasiten- und Insektenstichen können körperliche Reaktionen sehr unterschiedlich sein“, warnt Dr. Pfister-Wartha. Bei erheblichen Hautirritationen, kann eine ärztliche Untersuchung also nicht schaden. Es scheint also, als wäre die Freundschaft zwischen Wirt und Säufer den Menschen vorbehalten.














