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Rückenschmerzen - Geist und Körper falsch belastet
(13.10.2009) Die meisten von uns kennen ihn, doch nur wenige wissen, mit ihm umzugehen. Sicher aber ist: keiner kann den Rückenschmerz leiden. Wie entsteht er? Was kann man gegen ihn tun? Und wie ist er zu verhindern?
(sg) Bei Männern und Frauen im mittleren Alter beträgt die Häufigkeit für Rückenschmerzen etwa 60-80 Prozent. Und nur die Hälfte aller Patienten, die länger als sechs Monate an ihm leidet, können wieder in die Arbeitswelt integriert werden. Bei den meisten verschwinden die Beschwerden aber nach ein bis zwei Wochen wieder, so dass sie ihren üblichen Tätigkeiten nachgehen können.
Was kann man gegen den Schmerz tun?
Rückenschmerzen sind keine Krankheit, sondern nur ein Symptom, das ganz viele Ursachen und Ausprägungen haben kann. Wir sagen Ihnen, wie Sie diese erkennen und was Sie dagegen tun können. „Bei der Diagnose der Ursache der Rückenschmerzen ist eine sorgfältige Aufnahme der Krankengeschichte des Patienten sehr wichtig“, erklärt Dr. Martin Haag Ärztlicher Leiter der Orthopädie im Department für Orthopädie und Traumatologie des Universitätsklinikums Freiburg. Auf diese Weise können nicht nur körperliche Ursachen für die Schmerzen gefunden, sondern auch die enge Beziehung zwischen Schmerz und Psyche beleuchtet werden.
Auch und gerade die alltäglichen Arbeiten können Aufschluss darüber geben, wo die Schmerzen ihren Ursprung haben. So können beispielsweise Berufe, die im Stehen oder Sitzen ausgeführt werden, die Beschwerden verstärken oder sogar verursachen. „Mit einem Schmerztagebuch kommt man aber vielen Ursachen bereits auf den Grund“, bestätigt Dr. Haag. Bei Rückenschmerzen aufgrund von Verspannungen hilft häufig schon Wärme. Saunagänge, warme Kräuterbäder, Heizkissen oder Wärmepflaster können den Muskeln helfen, sich wieder zu entspannen.
Nur selten wird operiert
Auch bei rein organischen Ursachen muss eine Operation sorgfältig überdacht werden. Dies gilt auch für Bandscheibenvorfälle, von denen 95 Prozent konservativ behandelt werden können. Operationen sind in solchen Fällen nur bei gravierenden Lähmungen zwingend und rasch erforderlich.
Die zehn goldenen Regeln
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„Ist eine Operation nicht zwingend notwendig, können viele Beschwerden erfolgreich auch auf konservativem Weg ambulant oder gegebenenfalls stationär behandelt werden“, erklärt Dr. Haag. So hat sich schon sehr häufig ein eingeklemmter Nerv quasi selbst befreit. Nicht selten ist aber auch Stress die Ursache. Dabei erzeugt eine stressverursachte Verspannung durch Schmerzen und die daraus folgende Einschränkung weiteren Stress. Ein Teufelskreis entsteht, der die Verspannung stetig wachsen lässt. „Zwar können die Schmerzen durch entsprechende Präparate gelindert werden, doch an der Ursache ändert dies nichts. Sollte man mit dieser alleine nicht zurechtkommen, kann auch eine Mischung aus Psycho- und Physiotherapie sehr hilfreich sein“, rät Dr. Haag. Beim Stabilisieren der Stimmung kann Johanniskraut unterstützend zum Einsatz kommen. Dieses hemmt den Abbau der Glückshormone und hilft auf diese Weise, den Teufelskreis aus Stress und Schmerzen zu durchbrechen.
Tägliche Gymnastik hilft
Noch viel besser aber wäre es, wenn sich jeder von vorne herein gut um seinen Rücken kümmerte. Eine gezielte und tägliche Wirbelsäulengymnastik aus einer Entlastungshaltung heraus kann eine große Unterstützung sein, sollte aber mit Ihrem Arzt abgesprochen werden. Wenn Sie auch nicht für alles Zeit finden, eines bleibt unbestritten: Ein gesunder Rücken hat was für sich. Dieser stützt nämlich nicht nur einen aufrechten Körper, sondern auch einen gesunden Geist.
KontaktWirbelsäulensprechstunde des Departments für Orthopädie und Traumatologie: Tel.: 0761/270-2611 Zentrale Physiotherapie: Tel.: 0761/270-2611 |














