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Die Wintersport-Checkliste

(30.12.2010) Ski- und Snowboardfahrer zieht es jetzt auf die Pisten. Dabei endet für viele der Spaß im Krankenhaus. Hier erfahren Sie, wie Sie sicher die Piste hinabkommen.

Vor über 4000 Jahren – und damit noch vor dem Rad – wurde aus reiner Notwendigkeit das erste Paar Skier erfunden. Heute steht der Spaß im Vordergrund, dafür sind aber andere Notwendigkeiten dazugekommen, damit alle, die den Berg hochklettern auch sicher wieder unten ankommen. Was dazu notwendig ist, erfahren Sie hier. „Die drei häufigsten Gründe für Unfälle sind Fehler bei der Ausrüstung, der Vorbereitung und der Gefahreneinschätzung“, erklärt Dr. Thorsten Hammer, Oberarzt im Department Orthopädie und Traumatologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Auch die besten Fahrer sind machtlos, wenn die Bindung nicht rechtzeitig aufgeht oder der Vordermann wegen seines MP3- Players den nahenden Hintermann nicht bemerkt. Lassen Sie Ihre Skiausrüstung jährlich kontrollieren. Wenn der Test in einem Sportfachgeschäft durchgeführt wurde, können im Einzelfall sogar Schadensersatzansprüche zu Ihren Gunsten geltend gemacht werden. Verlangen Sie ein geeichtes Prüfgerät und eine Unterschrift unter das Prüfprotokoll. Dies gilt im Zweifelsfall sogar als Beweis vor Gericht. Viel wichtiger ist aber, dass Sie eine große Gefahr ausgeschaltet haben, selbstverschuldet von den Beinen geholt zu werden. Auch der Körper muss auf die bevorstehende Beanspruchung vorbereitet werden.

„Als besonders temporeiche Sportart sind beim Skifahren Gelenke und Muskeln oft starken Belastungen ausgesetzt“, warnt Dr. Hammer. Die häufigsten Beschwerden treten in den Knien auf. Bei der Abfahrt und dem Slalom, besonders aber beim Springen über Schanzen, sehen sich Kreuzband und Meniskus kritischen Aufgaben gegenüber. Auch der Rücken wird durch hohe Geschwindigkeiten und Kollisionen stark beansprucht. Da Stürze außerdem meist mit den Händen abgefangen werden, gehören Stauchungen und Brüche des Handgelenks vor allem beim Snowboarden mit zu den häufigsten Verletzungen. Für Profi- wie Freizeitfahrer ist deshalb ein Aufwärmprogramm vor der ersten Abfahrt wichtig. Zahlreiche Fitnessinstitute und Sportvereine bieten zudem vorbereitende Skigymnastik an, die durch die Stärkung von Rumpfund Beinmuskulatur präventiv schweren Verletzungen entgegenwirken kann. Da man meist nicht alleine auf der Piste steht, nutzt die beste Vorbereitung nichts, wenn nicht jeder verantwortungsvoll mit den Gefahren umgeht. „Gerade versierte Sportler überschätzen oft die Fähigkeiten anderer Teilnehmer“, warnt Dr. Hammer. Sicherheitsabstand und rücksichtsvoller Umgang gehört deshalb zur Pistengaudi unbedingt dazu.

Und eines sollte auf keinen Fall fehlen: der Helm. Denn nur er schützt vor lebensbedrohlichen Verletzungen. „Auch wenn ein Helm gerade unter Jugendlichen mittlerweile als weitaus cooler gilt als eine Pudelmütze, sind immer noch viele Menschen ohne Helm auf den Pisten unterwegs. Eine Helmpflicht wäre hier dringend angebracht“, so der Unfallchirurg Dr. Hammer. „Denn Protektoren für Handgelenk und Ellbogen schützen zwar vor schmerzhaften Verletzungen, ein Helm dagegen kann das Leben retten.“

Damit alle den Après-Ski genießen können, sollte Alkohol und laute Musik dafür vorbehalten sein. Wer mit MP3-Player oder Alkohol die Piste hinabbrettert, nimmt sich selbst die Möglichkeit, in einer kritischen Situation rechtzeitig zu reagieren. Unfälle beim Skifahren können tödlich enden, egal wer die Schuld trägt. Die größten Gefahren lassen sich aber durch eine gute Vorbereitung und verantwortungsbewussten Spaßgenuss vermeiden.

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