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Stillen senkt nicht nur das Infektionsrisiko
(13.10.2010) Eine aktuelle Studie zeigt: Stillen schützt vor Infektionskrankheiten. Aber darüber hinaus hat Stillen auch einen positiven Effekt für eine gute Mutter-Kind-Bindung.
(bw) Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Frauen, Säuglinge sechs Monate oder länger zu stillen. Viele Frauen empfinden solche Forderungen als Belastung, vor allem wenn sie nach der Geburt ihres Kindes schnell wieder ins Berufsleben zurückkehren wollen oder es aus verschiedenen Gründen mit dem Stillen einfach nicht klappt. Doch auch wenn viele Stillforderungen ideologisch und dogmatisch daherkommen, eines kann niemand bestreiten: Muttermilch ist und bleibt das Gesündeste, das Frauen ihrem Kind antun können.
„Muttermilch enthält Enzyme und andere spezifische Abwehrstoffe, die die Abwehr von Krankheitserregern unterstützen“, so Professor Dr. Reinhard Berner, Leiter der pädiatrischen Infektiologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Eine aktuelle Studie aus Griechenland, die in den Archives of Diseases in Childhood veröffentlicht wurde, weist auf den Zusammenhang von Stillen und Infektionserkrankungen hin. Demnach beschränkt sich die Schutzwirkung durch die Muttermilch keinesfalls nur auf Magen-Darm-Entzündungen, die laut der Studie bei sechs Monate lang gestillten Kindern zu 38 Prozent seltener auftraten. Auch viele akute Atemwegserkrankungen, akute Mittelohrentzündungen und Augeninfektionen traten bis zu 60 Prozent seltener auf, wenn die Kinder sechs Monate lang voll gestillt wurden.
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Aber bei allen positiven Argumenten für das Stillen, sollten sich Frauen, bei denen es dann doch nicht so wie geplant mit dem Stillen klappt, nicht unter Druck setzen lassen. Denn Druck ist in diesem Fall absolut kontraproduktiv. Neben den rein medizinischen Argumenten gibt es noch weitere positive Effekte des Stillens: „Stillen ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit der Mutter und des Kindes, so Professor Dr. Heinrich Prömpeler, Ärztlicher Direktor der Geburtshilfe der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. „Es fördert den Zusammenhalt zwischen Mutter und Kind und kann so auch Vernachlässigungen von Kindern vorbeugen.“
Die Universitäts-Frauenklinik setzt sich seit langem für das Stillen ein. Unter anderem bietet sie für Frauen, die es wünschen, eine intensive Stillanleitung und Beratung an. Vor sechs Jahren wurde das Engagement belohnt, als die Universitäts-Frauenklinik nach WHO und unicef Richtlinien als "Babyfreundliches" Krankenhaus ausgezeichnet wurde. Babyfreundliche Krankenhäuser wollen in erster Linie die Bindung zwischen Eltern und Kind fördern und schützen. Das Entstehen dieser Bindung funktioniert am besten, wenn Mutter und Kind möglichst ungestört die Zeit miteinander verbringen können. „Wir empfehlen daher das sogenannte 24-Stunden-Rooming-In, bei dem Mutter und Kind auch nachts beieinander sind“, erklärt Professor Prömpeler. Aber auch hier – genauso wie beim Stillen - müssen die Frauen keine Angst haben, dass sie zu etwas gezwungen werden. Selbstverständlich ist es jederzeit und auch nachts möglich, das Kind in die Obhut der Pflege und Hebammen zu geben.














