Thrombosegefahr Flugzeug?

(5.5.2010)Gerde zu Reisezeiten gibt es zahlreiche Warnungen vor der Gefahr einer Thrombose, die durch langes Sitzen im Flugzeug ausgelöst wird. Doch wie groß ist die Gefahr tatsächlich?

(bw) Alle Jahre wieder machen sich tausende von Menschen auf, um mit dem Flugzeug in ihren Frühjahrsurlaub zu starten. Und rechtzeitig zur Reisesaison wird in den Medien vor der Gefahr gewarnt, während eines langen Fluges eine tiefe Venenthrombose zu entwickeln. Doch ist diese Gefahr tatsächlich so groß wie oft behauptet wird?

Wenn man sich nicht regelmäßig bewegt, fließt das Blut nicht mehr so schnell wie sonst durch die Venen. Dann kann es zu einem Gerinnsel verklumpen und eine tiefe Venenthrombose entstehen. "Eine solche Thrombose kann dann gefährlich werden, wenn sich das Blutgerinnsel löst, in die Lunge gelangt und dort ein Blutgefäß blockiert", so Professor Dr. Christoph Hehrlein, Leiter des Interdisziplinären Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Freiburg. Eine solche Lungenembolie kann im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat im letzten Jahr Forschungsergebnisse zu tiefen Venenthrombosen und Flugreisen zusammengefasst, die die Erfahrungen von Millionen Flugreisenden berücksichtigen. Dabei hat sich gezeigt, dass lediglich ungefähr zwei bis fünf von 10.000 Menschen nach einem Langstreckenflug von mehr als sechs bis acht Stunden eine tiefe Venenthrombose mit Symptomen entwickeln, also höchstens 0,05 Prozent. Bei einer Flugdauer unter vier bis sechs Stunden fand das Institut keine überzeugenden Nachweise, dass das Thromboserisiko überhaupt erhöht ist.

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„Auch wenn die Gefahr einer Venenthrombose als Erstereignis im Flugzeug sehr gering ist, kann es nicht schaden, seine Beine immer wieder zu bewegen und natürlich ausreichend zu trinken“, so Professor Hehrlein. Das Risiko einer Thrombose bei Langstreckenflügen ist vor allem dann nicht zu unterschätzen, wenn bereits früher einmal eine Thrombose aufgetreten war. In diesem Falle sollte bei der Planung der Reise unbedingt der fachliche Rat eines Gefäßspezialisten gesucht werden, um geeignete prophylaktische Maßnahmen einzuleiten.

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