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Messer, Gabel, Schere, Licht…
(3.8.2010) Gerade im Sommer häufen sich Unfälle bei Kindern. Ob auf dem Spielplatz, beim Grillen oder im Wald: wenn es draußen warm wird und die Entdecker- und Abenteuerlust der Kinder steigt, nimmt auch die Unfallgefahr zu.
(ab) Zum Kindsein gehören vor allem die im Sommer typischen Unfälle wie aufgeschlagene Knie, Schürfwunden und Sonnenbrand. Meist ist dabei der Schreck größer als der eigentliche Schmerz. „Alles, was man bei kleineren Verletzungen braucht, enthält der Autoverbandskasten: Pflaster, Desinfektionsmittel und Pinzette“, erklärt der Oberarzt der Kinderklinik des Universitätsklinikums Freiburg PD Dr. Marcus Krüger. Bei einer offenen Verletzung sollte man die Wunde waschen, bevor man sie steril abdeckt. Danach wird der Verband angelegt, um die Blutung zu stillen. Bei Kopfwunden sollte man eine Kompresse auf die Wunde legen und den Arzt aufsuchen.
20-20 Regel bei Brandwunden
Besonders schwerwiegende Sommerunfälle sind neben Frakturen durch Schaukelunfälle oder Inliner- oder Fahrradstürze Verbrühungen beim Grillen. Der Geruch nach Grillwürstchen gehört zum Sommer wie Mückenstiche. Kinder lieben das offene Feuer, können aber die Hitze oftmals nicht richtig einschätzen. Und so wird auch häufig die Gefahr einer auch vezögert auftretenden Stichflamme durch den Gebrauch von Benzin oder Spiritus verkannt. „Wichtig ist, den Grill kippsicher an einem windgeschützten Platz aufzustellen, so dass kein Funkenflug entstehen kann. Man sollte auch einen Eimer Wasser oder eine Decke bereitstellen, falls ein Brand entstehen sollte", rät Dr. Krüger. Nach dem Grillen sollte die Feuerstelle vollständig gelöscht werden. Die Glut unter der Asche kann bis zu 12 Stunden nach dem löschen noch so warm sein, dass sie eine Kinderhand oder Kinderfüße verbrühen kann.
„Bei Brandwunden sollte man die 20-20 Regel befolgen und die Stelle 20 Minuten unter 20 Grad warmes Leitungswasser halten. Dies reduziert die Wundtiefe und stillt den Schmerz“, erläutert Dr. Krüger. Von Eiswasser und Brandsalben rät er jedoch ab. Ersteres verbessert die Durchblutung der betroffenen Haustelle und vergrößert dadurch den Schmerz. Letzteres verhindert die Sauerstoffzufuhr und hält die Hitze im Gewebe fest. Sobald sich Blasen bilden und es keine Verbrühung durch heißes Wasser war, sollte man zum Arzt gehen. Ein weiterer potentieller Unfallort für Brandwunden sind Spielgeräte aus Metall auf dem Spielplatz. Die pralle Sonne kann Metallteile wie Rutschflächen oder Kletterstangen so erhitzen, dass sich Kinder daran verbrennen können. Besonders gefährlich ist es, wenn die Kinder die betroffenen Körperteile nicht sofort wegziehen können – wie beim Rutschen.
Weitere AuskünfteAmbulanz der Kinderklinik: 0761/270-4300 |
Ratschläge bei Vergiftungen
Auch Vergiftungen sind im Sommer nicht selten. Die Vergiftungen drohen auf Erkundungstouren der Kleinen im Garten. Gerade die bunten Blumen und Beeren im Sommer sind interessant für neugierige Abenteurer, aber auch andere Pflanzen und Pilze auf dem Waldboden oder auf Spielplätzen. Kinder entdecken die Pflanzen mit allen Sinnen und stecken sie gern mal in den Mund. Wenn dies passiert, sollte man nicht den Fehler machen, dem Kind den Finger in den Hals zu stecken, damit es die Pflanze wieder ausspuckt. Dann kann es passieren, dass man mit dem Nagel unbemerkt die Schleimhäute des Kinderrachens aufkratzt und das Gift noch schneller in den Blutkreislauf kommt. Besser ist, gleich den Arzt aufzusuchen.
Häufigkeit:
11,8 Millionen Kinder leben in Deutschland. Laut Statistik verletzen sich etwa 1,6 Millionen Kinder pro Jahr bei Unfällen. Davon müssen fast 200.000 Kinder ins Krankenhaus. 25 Prozent der Unfälle passieren bei Freizeitaktivitäten, beim Fahrradfahren oder beim Spielen auf Spielplätzen. „Das Wichtigste bei einem Unfall ist, die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Nicht jede Wunde ist so schlimm wie sie aussieht, aber man sollte sich auch nie scheuen zum Arzt zu gehen“, so Dr. Krüger.














