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Wechseljahre - Ein Thema nicht nur für Frauen

(20.9.2010) Die Jahre, in denen ein biologisch ausgelöster Wechsel im Leben eintritt, erleben Männer und Frauen. Lange galt das Klimakterium als weibliches Phänomen. Aber auch Männer erleben den Wechsel.

Das Klimakterium kann von bestimmten Symptomen eingeleitet und begleitet werden. Auslöser hierfür sind: die männlichen und weiblichen Sexualhormone - der Abfall des Östrogen- beziehungsweise Testosteronspiegels. Meist im Alter zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig, sinkt im Körper einer Frau mit der Hormonproduktion auch der Vorrat an Eizellen. Wie die Pubertät ist das Klimakterium ein natürlicher Lebensabschnitt. In der Regel ist keine Behandlung nötig – dies aber nur, wenn keine deutlichen Beschwerden auftreten. Manche Frauen erleben im Klimakterium starke körperliche und seelische Begleiterscheinungen, andere merken nur wenig davon. Der Abfall des Östrogens kann beispielsweise zu Herzrasen, Gelenkschmerzen, Schweißausbrüchen oder Konzentrationsstörungen führen. Auch die seelischen und psychischen Folgen können vielfältig sein. Doch nicht immer sind sie negativ: Der Wechsel kann immer auch eine Chance sein, sich intensiv mit Vergangenheit und Zukunft auseinander zu setzen – eine neue überdachte Lebenseinstellung eröffnet dann neue Wege.

Vielfältige Wege in den neuen Lebensabschnitt

Es gibt kein Patentrezept für den Umgang mit Wechseljahrsbeschwerden. „Es ist empfehlenswert, immer das zu tun, womit man sich wohl fühlt. Das kann Sport, eine Umstellung des Alltags oder auch eine Therapie mit Hormonen sein“, rät Professor Dr. Hans-Peter Zahradnik, Leiter der Klinik für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. Bleibt aufgrund des Östrogenabfalls die Regelblutung aus, können aufgrund der Erhöhung anderer Hormone klimakterische Beschwerden auftreten. Manchmal sind diese unerträglich. Dann kann mit einer Hormonersatztherapie Abhilfe geschaffen werden. Am Ende des Klimakteriums (nach durchschnittlich fünf bis acht Jahren) verschwinden die möglichen Beschwerden wieder und auch die Hormonersatztherapie kann beendet werden. Da dieser Prozess dann weitgehend unabhängig von der hormonellen Situation ist, kann er durch Laborbestimmungen nicht vorhergesagt werden. Allein das subjektive Befinden der Frau bestimmt also darüber, ob eine Hormonzufuhr sinnvoll ist oder nicht.

Umbruch im Leben der Männer

Auch bei Männern sinkt mit zunehmendem Alter der Spiegel des Sexualhormons. Was für die Frau das Östrogen, ist für den Mann das Testosteron. Mit 65 Jahren verbleibt im männlichen Körper im Durchschnitt noch ein Drittel des Testosterons. Dies kann zu Beschwerden führen. Männer leiden aber meist weniger häufig darunter als Frauen. Nichts desto trotz können mit dem Abfall des Testosteronspiegels, Potenzstörungen, Schlafstörungen, Muskelschwund, der typische „Rettungsring“ mit Fettansammlung im Taillenbereich, Leistungsabfall, Herzrasen, Cholesterinanstieg oder Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auftreten. Auch bei Männern mit starken Beschwerden ist eine Hormonersatztherapie möglich. „Sehr wichtig ist jedoch auch das regelmäßige Training der Muskulatur, denn der abnehmende Testosteronspiegel sorgt für einen Rückgang der Muskelmasse. Krafttraining und Bewegung steigern nicht nur das allgemeine Wohlbefinden und stärken das Herz-Kreislauf-System, sondern können den Testosteron-Rückgang positiv ausgleichen“, weiß Professor Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Der männliche Wechsel - ein langer Prozess

Der Rückgang des Hormons beim Mann ist im Gegensatz zu den Wechseljahren der Frau jedoch ein Prozess, der kontinuierlich weiter verläuft und nicht nach einigen Jahren endet. Männer müssen sich daher noch länger mit den neuen körperlichen Gegebenheiten auseinandersetzen. Wird der Wechsel wahrgenommen, bietet sich auch für Männer eine große Chance Bilanz zu ziehen und die Zukunft neu zu gestalten. „Wir empfehlen unseren Patienten eine Art Gesamtpaket: Ernährungsumstellung und Kraftsport, sowie die Erhaltung von körperlicher und geistiger Mobilität können meist eine Hormontherapie ersetzen – zumindest aber ergänzen“, rät der Urologe. Auch Erkrankungen der Gefäße und der Altersdiabetes kann so vorgebeugt werden.

Letztlich gilt für die „schwierigen Jahre“ bei Frau und Mann: Eine individuelle Behandlung durch den Facharzt ist die beste Lösung für unliebsame oder gar belastende Beschwerden.

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