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Glitzer, Glas, Design
(03.02.2012) Das neue „Musée Lalique“ in Wingen-sur-Moder in den nördlichen Vogesen stellt 650 Arbeiten des berühmten Pariser Jugendstilkünstlers aus
Das moderne Gebäude scheint
aus der Erde herauszuwachsen.
Es steht in den nördlichen Ausläufern
der Vogesen nahe der
rheinland-pfälzischen Grenze
und ist ein Lichtblick für die verlassene
Gegend. Der französische
Architekt Jean-Michel Wilmotte
hat eine alte Glashütte aus
dem 18. Jahrhundert restauriert
und mit dem beachtlichen Neubau
kombiniert. Entstanden ist
das erste Lalique-Museum
Frankreichs überhaupt. 650 Objekte
belegen die Schaffenskraft
des Schmuckdesigners René Lalique.
In Wingen-sur-Moder befindet
sich auch die Produktionsstätte
für Lalique-Kristall.
Holz und der richtige Quarzsand – das waren schon seit dem Mittelalter wichtige Voraussetzungen für die Glasherstellung. Beides gibt es hier reichlich. 1912 baute der Pariser Jugendstil-Designer in Wingen-sur-Moder eine Glashütte. „Lalique landete in einer traditionellen Glasregion mit entsprechenden Facharbeitern, vor allem mit Glasbläsern“, erläutert Véronique Brumm, die Leiterin des neuen Museums.
René Lalique (1860–1945) war einer der bekanntesten Schmuckund Glaskünstler des Jugendstils und des Art déco. Seine Edelbroschen, Parfumflakons, Vasen und Glasfiguren stehen in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen rund um den Globus. „Er wird als der Erfinder des modernen Schmucks angesehen“, sagt Museumsleiterin Brumm. Lalique hat einerseits zu neuen Themen gefunden, indem er sich von Pflanzen, Tieren und von zarten Frauenkörpern inspirieren ließ. Außerdem ist er über traditionelle Materialien hinausgegangen. Er hat Schmuck aus Horn, Emaille oder Elfenbein entworfen. Und bald kam Glas dazu.
Zu den frühen Kostbarkeiten zählt eine Halskette aus dem Jahr 1898 mit dem Anhänger „Libellenfrau“. Das Museum, eine öffentliche Einrichtung und kein Firmen- INFO Anfahrt: Wingen-sur-Moder liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Straßburg, Pirmasens und Saarbrücken. Öffnungszeiten: Vom 1. Oktober 2011 bis zum 31. März 2012 täglich von 10 bis 18 Uhr, montags Ruhetag. Danach ist es wieder täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Die alte Glashütte und der moderne Bau verbinden sich zu einer Einheit www.musee-lalique.com museum, legte 2002 mit dem Ankauf lange vor der Eröffnung den Grundstein für die Sammlung: Der Anhänger ist etwa 60 000 Euro wert. Der unternehmerische Erfolg für René Lalique kam mit den Parfumflakons. Das Museum zeigt eine Vielzahl dieser Fläschchen in ihren lichten Farben. Ganz anders dagegen muten die Kühlerfiguren an, die der Designer für die Luxus- Automobile der wilden Zwanzigerjahre schuf.
Reiseinfo
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Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Sohn Marc Lalique die Geschäfte. Er setzte auf Kristall. Also Glas mit einem Blei- Oxid-Anteil von über 25 Prozent. Das verleiht dem Material mehr Härte und lässt sich schneller verarbeiten. Ein Film im neuen Museum zeigt, wie das heute noch im Werk in Wingen-sur- Moder geschieht.
Wer es sinnlicher haben will, kann eine Lalique-Vase in ihren zehn Entstehungsphasen zwischen Guss, Säurebad, Schleifen und Polieren angucken und sogar anfassen. Das „Musée Lalique“, das zwölf Millionen Euro gekostet hat, und sich fürs erste Jahr 50 000 Besucher wünscht, spricht Sinne und Verstand gleichermaßen an.














