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Freizeitsport - Die Ferne liegt nah
(25.01.2012) Auf dem Fernskiwanderweg Schonach-Belchen kann man einige wunderschöne Tage in atemberaubender Umgebung erleben
Die ausladenden Zweige der Tannen
und Fichten sind schwer von
Schnee. Dichter Nebel verschleiert
die Sicht und schluckt fast
jedes Geräusch. Nur das leise,
gleichmäßige Scharren unserer
Langlaufski und das Knirschen
der Skistöcke im frischen, störrischen
Schnee ist zu hören. Der
Atem geht schnell, von Hinterzarten
aus keuchen wir hinauf
Richtung Feldberg. Die letzten
Kilometer ist die Loipe nicht
gespurt und der Anstieg steil
und mühsam. Regelmäßig tauchen
die orangefarbenen Markierungsschilder
aus dem Dunst auf
und weisen die Richtung.
Am 1421 Meter hoch gelegenen Grüblesattel am Feldberg, dem höchsten Punkt der Tour, ist die Welt eine ganz andere: Blendend blau der Himmel und die Sonne lässt das lückenlose Wolkenmeer unter uns, das an die umliegenden Berghänge brandet und die Täler verhüllt, weiß erstrahlen. Am Stübenwasen gibt’s Alpensicht und im Bauerncafé am Notschrei wird eine kräftige Gulaschsuppe serviert.
Wie kaum eine andere Langlaufstrecke bietet der Fernskiwanderweg Schonach-Belchen eine Fülle wunderbarer Natureindrücke, die oft gegensätzlicher nicht sein könnten: Schneetreiben beim Start in Schonach, Nebel am Feldberg und blauer Himmel am Belchen. Der Fernskiwanderweg ist der bekannteste und längste markierte Skiwanderweg in Europa. Vor mehr als hundert Jahren wurde erstmals – und ohne Erfolg – versucht, einen Fernskiwanderweg durch den gesamten Schwarzwald zu markieren, geschafft hat das erst der St. Märgener Förster Wolf Hockenjos in den 1970er-Jahren. Für jeden Langläufer ist die Route eine Herausforderung schlechthin: Auf gut 100 Kilometern sind 2 300 Höhenmeter zu überwinden. Man fährt teils über bestens präparierte Loipen, teils über nicht gespurte Abschnitte. Nächtigen kann man in Gruppenunterkünften, urigen Hütten – oder auch in Wellnesshotels, die auf Wunsch den Gepäcktransport organisieren.
Aber ob mit oder ohne schweren Rucksack auf dem Buckel: Der Schwarzwald im Winter ist atemberaubend schön. Und der Fernskiwanderweg verheißt Einsamkeit, sportliche Herausforderung und – obwohl es ja meist durch besiedelte Landschaft geht – auch eine ordentliche Prise Abenteuer: Wie ist die Wetterlage? Liegt genug Schnee? Ist die nächste Etappe gespurt – oder muss die Spur selbst gebahnt werden? Droht Unwetter und wo war noch mal die Markierung abgeblieben?
100 Kilometer auf Langlaufski! Der Streckenrekord, den Olympiasieger Georg Thoma vor Jahren aufstellte, liegt bei 5 Stunden 51 Minuten – und gilt bis heute. Doch wer die Landschaft genießen will, lässt es ruhiger angehen und teilt sich die Tour in mehrere Tagesetappen auf.
Reiseinfo
Fernskiwanderweg
Schonach-Belchen
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