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Eine Seereise ohne Untergang
(Von Magnus Gees)
Es ist früher Abend und am Kai liegt ein majestätisches Schiff mit rauchendem Kamin. Die Bordkapelle spielt ein Abschiedslied, an der Kaimauer stehen winkende Menschen. Leinen los und volle Fahrt voraus! Adieu alte Welt, willkommen Amerika! So muß es damals gewesen sein, als die Titanic zum ersten - und letzten – Mal den Hafen der südenglischen Stadt Southampton verlassen hat. Genau so.
Die Gefühle und Erwartungen sind groß – jedenfalls bis ein klingelndes Handy daran erinnert, dass man sich zwar tatsächlich am Beginn einer Atlantiküberquerung per Schiff befindet, man aber weder auf der Titanic reist, noch realistische Chancen für ein Rendezvous mit einem Eisberg bestehen. Denn das Jahr heißt 2006, das Schiff Queen Mary II und Eisberge werden heute nicht mehr von Matrosen ohne Ferngläser, sondern von Radaraugen mit Satellitenunterstützung gesichtet – und in sicherem Abstand umfahren. Sechs Tage hat nun jeder an Bord Zeit, all den Luxus, all die Ruhe und Abgeschiedenheit weit draußen auf dem Atlantik und den perfekten Service zwischen Frühstück im Bett, Mittagessen am Pool und einem Sundowner im Liegestuhl auf dem Promenadendeck, zu genießen.
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Das Leben auf der QM II ist vor allem eins: Gediegen und langsam. Die Welt ist auf 345 mal 41 Meter geschrumpft. Und mit ihr die Ansprüche der Reisenden. An Bord geht man den einfachen Dingen des Lebens nach: Lesen, reden, schauen. Es herrscht eine Mischung aus traditioneller Eleganz und modernem Dienstleistungsniveau. Internet und Smoking – an Bord der QM II verbinden sich Gestern und Heute in perfekter Weise. Kaum hat man sich an das komfortable Reisen gewöhnt, ist man schon in New York und es heißt Abschied nehmen. An Bord des Flugzeugs, eingezwängt in Sitze mit viel zu wenig Fußraum, angeblasen von viel zu trockener Klimaanlagenluft wünscht man sich, wieder auf der Queen Mary II zu sein: Wieder ausgestreckt auf dem Sonnendeck zu liegen, sich die frische Seeluft um die Nase wehen zu lassen und nichts zu hören, außer dem stillen Rauschen des Meeres und dem leisen Wummern der Schiffsdiesel. Traumhaft.














