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Radeln gegen Depressionen?
(07.04.2011) Ausdauersport wie Radfahren ist eine wichtige Möglichkeit zum Erhalt und zur Stabilisierung der seelischen Gesundheit
Ausdauersport wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen hilft bei wiederkehrenden Depressionen. Jedenfalls berichten Sportlerinnen und Sportler immer wieder davon, dass sich ihre Stimmung durch Ausdauersport aufhellt und stabilisiert. „Auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ausdauersport einen antidepressiven Effekt bei gesunden Menschen hat“, bestätigt Dr. Tobias Freyer von der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. „Auch bei depressiven Patienten gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Studien, welche antidepressive Effekte von sportlichen Interventionsprogrammen suggerieren.“
Manche Forscherinnen und Forscher argumentieren sogar, dass Ausdauersport pharmakotherapeutischen Behandlungen gleichwertig, wenn nicht überlegen sei. „Diese Aussagen sind sehr vorsichtig zu beurteilen“, sagt Dr. Freyer, häufig würden diese Studien wichtige wissenschaftliche Standards nicht erfüllen. Allerdings gebe es Hinweise darauf, so Dr. Freyer, „dass körperliches Training eine bessere Wirksamkeit bei leichten und moderaten depressiven Episoden hat und eine schlechtere bei schweren depressiven Episoden.“ Und: „Das Alter der Patientinnen und Patienten scheint keinen Einfluss zu haben. Es existieren positive Studienergebnisse für alle Altersgruppen.“
Die genauen antidepressiven Wirkmechanismen von Ausdauersport sind zwar noch weitgehend unbekannt, aber wahrscheinlich gibt es viele Ursachen dafür: angefangen bei einer erhöhten Zuwendung durch Therapeutinnen und Therapeuten oder Mitpatientinnen und Mitpatienten während eines strukturierten Trainingsprogramms, einer Förderung der Sozialkontakte und der sozialen Interaktionsfähigkeit, weil sich mit der körperlichen Leistungsfähigkeit auch das Selbstbewusstsein verbessert, bis hin zu einer veränderten Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol oder einer Veränderung von neuronalen Prozessen.
So konnten jüngst etwa Forscher der Universität Tübingen nachweisen, dass der Nervenwachstumsfaktor BDNF, der bei depressiven Patientinnen und Patienten zu niedrig ist, bei Ausdauersport verstärkt ausgeschüttet wird.
Erkenntnisse, welche Sportart am besten gegen Depressionen hilft, gibt es dagegen nicht: Ob nun Ausdauertraining besser als Krafttraining oder Radfahren besser als Laufen sei: „Bislang konnte kein überlegenes Verfahren identifiziert werden“, sagt Dr. Freyer. Also einfach ausprobieren, was für einen selbst am besten ist!
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Dr. Tobias Freyer |














