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Landarzt werden leicht gemacht

(13.09.2011) Ein Projekt des Universitätsklinikums Freiburg möchte dem Hausarztmangel begegnen, indem es Studierenden der Medizin die Entscheidung für den Beruf des Hausarztes erleichtert.

Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat dem Lehrbereich Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Freiburg 600.000 Euro bereitgestellt. Mit dieser Summe sollen Studenten im Praktischen Jahr und Lehrpraxen gefördert werden, die ein breites Versorgungsspektrum anbieten.

Ende August hat bereits der erste Studierende aus Freiburg ein Stipendium für seine Ausbildung in einer ländlich gelegenen hausärztlichen Praxis erhalten.

„Will man junge Menschen für den Beruf des Hausarztes interessieren, kommt der letzten Phase des Medizinstudiums, dem sogenannten Praktischen Jahr, eine entscheidende Bedeutung zu“, sagt Prof. Wilhelm Niebling, Leiter des Lehrbereiches Allgemeinmedizin.

Politik wie Berufsverbände haben seit geraumer Zeit erkannt, dass ohne Gegenregulation das Land Baden-Württemberg insbesondere im ländlichen Bereich auf eine hausärztliche Unterversorgung zusteuert.

Kontakt

Dr. Klaus Böhme
Lehrkoordinator
Lehrbereich Allgemeinmedizin
Tel.: 0761 270-72460
Fax: 0761 270-72480
E-Mail: klaus.boehme@uniklinik-freiburg.de

„Unser Projekt soll den Studierenden die Entscheidung für den Beruf des Hausarztes erleichtern“, erläutert Dr. Klaus Böhme, Lehrkoordinator im Lehrbereich Allgemeinmedizin. Dies sei erforderlich, da den Studierenden während des Praktischen Jahres in der Regel kein Raum mehr bleibt, ihren Lebensunterhalt durch eine Nebentätigkeit zu finanzieren, zudem sind Mehraufwendungen wie Fahrtkosten und Miete zu kalkulieren, die sich aus der Lage der meist eher ländlich gelegenen Lehrpraxen ergeben.

Deshalb erhalten sie vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren des Landes Baden-Württemberg ein Stipendium in Höhe von 500 Euro mit Beginn des PJ Tertials Allgemeinmedizin. Auch für die Inhaber von allgemeinmedizinischen Praxen stellt die Ausbildung von Studierenden im Praktischen Jahr einen nicht unerheblichen zusätzlichen zeitlichen Aufwand dar. Um gerade solche Praxen, die für die Ausbildungsziele in der Allgemeinmedizin ideal sind, zu motivieren, wird ihnen im Rahmen des Projektes ebenfalls eine finanzielle Entschädigung gewährt.

Im ersten Jahr sollen jährlich 30 Plätze für das Wahlfach Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr gefördert werden, im zweiten Jahr 40 und im dritten Jahr 50 Plätze. Die Vergabe dieser Plätze wird zentral für Baden-Württemberg vom Lehrbereich Allgemeinmedizin der Uniklinik Freiburg koordiniert.