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„Wir haben es in der Hand !“ – farbstoff- und parfümfreie Händehygiene

(14.1.2008) Die hygienische Händedesinfektion mit einem alkoholischen Händedesinfektionsmittel ist die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen (Patientensicherheit) und ein wesentlicher Beitrag zum Schutz des medizinischen Personals (Arbeitssicherheit). Generell ist die Händedesinfektion gut verträglich.

Wenn allerdings täglich vielfach die Hände desinfiziert werden, kann es nicht nur zu Hauttrockenheit, Schrunden und Juckreiz, sondern seltener auch zu allergischen Reaktionen kommen. Folge: Die konsequente Durchführung der Händehygiene lässt nach. In den meisten konventionellen Händedesinfektionsmitteln und verwendeten Seifen sind Farb- und Parfümstoffe enthalten, die bei regelmäßiger Anwendung ein Sensibilisierungspotential bergen, obwohl sie für die Wirksamkeit weder der Händedesinfektionsmittel noch der Seifen notwendig sind.

Projekt zur Einführung farbstoff- und parfümfreier Präparate

„Wir haben es in der Hand“, war die Botschaft eines Projekts zur Verbesserung der Händehygiene, das im Herbst 2006 am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt wurde. Das Projekt wurde vom Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene initiiert und unter der Schirmherrschaft des Klinikumsvorstandes gemeinsam mit der Universitätshautklinik und der Unterstützung des betriebsärztlichen Dienstes realisiert. Einer der Schwerpunkte der Kampagne war die Einführung und Praxisevaluation eines farbstoff- und parfümfreien Händedesinfektionsmittels (Sensiva®) sowie einer entsprechenden Seife. An dem Projekt teilgenommen haben insgesamt 11 Stationen - ausschließlich Intensivstationen und hämato-onkologische Stationen, also hygienisch sensible Bereiche, in denen die Händehygiene besonders wichtig ist und oft durchgeführt werden muss. Nun liegen die ersten Ergebnisse des Projektes vor und es zeigt sich, dass farbstoff- und parfümfreie Produkte gut verträglich sind.

Benutzt wird, was „gerade da ist“

Auf die Frage nach dem bevorzugten Händedesinfektionsmittel sagte vor der Intervention mit 36 Prozent die Mehrheit der Befragten sie benutzen „Was gerade da ist“, während nach der Intervention 41 Prozent für das farbstoff- und parfümfreie Präparat votierten. Da die Befragung anonym durchgeführt wurde, zeigt dies, dass die Botschaft „Farbstoff- und parfümfrei“ von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angenommen wurde und dass die entsprechenden Produkte generell gut verträglich waren. Unter den „Nebenwirkungen“ gaben nur etwa drei Prozent an, dass die farbstoff- und parfümfreien Produkte unangenehm riechen. Das Fehlen von Duftstoffen fiel also den meisten Anwendern nicht auf.

Im Jahr 2007 wurde vom Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene ein Folgeprojekt zur Evaluation eines alternativen farb- und parfumstofffreien Händedesinfektionsmittels initiiert. Begleitend hierzu wurden in weiteren Bereichen Händehygieneschulungen durchgeführt. Zusätzlich wurde die Praktikabilität von Händedesinfektionsmitteln als 100ml „Clipflaschen“, die an Hose oder Kittel befestigt werden können, getestet.

Die Zukunft der Händehygiene im Klinikum ist farbstoff- und parfümfrei

Die ersten Ergebnisse der geschilderten Studie verdeutlichen, dass farbstoff- und parfümfreie Händehygienepräparate problemlos in der Praxis eingeführt werden können. Da ist es auch folgerichtig, dass das Universitätsklinikum ab diesem Jahr ganz auf farbstoff- und parfümfreie Händehygieneprodukte setzt. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Prävention von Farb- und Duftstoff-Sensibilisierungen bei medizinischem Personal. Nach einer Umstellungsphase werden alle Produkte, die Farb- und Duftstoffe enthalten, nur noch auf Sonderbestellung und nach Rücksprache verfügbar sein.

Parallel wird die Händehygienekampagne am Klinikum unter der Projektleitung von Professor Dr. Markus Dettenkofer (IUK) weitergeführt, denn eine gut verträgliche und gleichzeitig umfassende Händehygiene ist ein wichtiger Qualitätsmarker, der die Mitarbeitergesundheit und Patientensicherheit ganz entscheidend unterstützt. National wird es ab 2008 die ’Aktion saubere Hände’ geben, die an die WHO-Kampagne zu ’Patient Safety’ angelehnt ist.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier...            

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