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Fernsehen schadet der kindlichen Entwicklung
(11.5.2010) Wer denkt, man könne die kognitiven Fähigkeiten von Zweijährigen fördern, in dem man sie vor den Fernseher setzt, irrt. Ein aktuelle Studie beweist: Fernsehen führt zu einer ganzen Reihe von Entwicklungsproblemen.
(bw) Wer kluge und körperlich fitte Kinder haben möchte, sollte sie möglichst nicht Fernsehen lassen. Denn wer schon Zweijährige vor den Fernseher setzt, fördert damit keineswegs deren kognitive Entwicklung. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie der University of Montreal, die in den Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine veröffentlicht wurde.
Insgesamt nahmen 1314 Kinder an der Untersuchung teil. Eltern mit Kindern im Alter von 29 und 53 Monaten wurden nach dem Fernsehkonsum der Kleinen befragt. Die Wissenschaftler verglichen dann die Angaben mit dem Entwicklungsstand der Kinder in der vierten Klasse der Grundschule.
Das Ergebnis: Mit jeder täglich vor dem Fernseher verbrachten Stunde nahm die Beteiligung im Unterricht um sieben Prozent ab, die Leistungen in Mathe gingen um sechs Prozent zurück und das Risiko gemobbt zu werden stieg um zehn Prozent. Auch hinterließ das Fernsehen bei den Kindern körperliche Spuren: Jede tägliche Fernsehstunde war mit 13 Prozent weniger Sport am Wochenende und neun Prozent weniger allgemeinen körperlichen Aktivitäten assoziiert.
Dagegen nahm der Verbrauch von Snacks um zehn Prozent zu, was sicherlich auch zu dem Anstieg des Body-Mass-Indexes um fünf Prozent führte. „Die frühe Kindheit ist eine entscheidende Phase für die Entwicklung des Gehirns und des Verhaltens“, so Professor Dr. Andrea Superi-Furga, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Die Studie zeigt, dass ein hoher TV-Konsum in diesem Zeitraum negative Auswirkungen für die Entwicklung des Kindes haben kann. Will man geistig aktive und körperlich agile Kinder haben, sollte der Griff zur Fernbedienung so selten wie möglich erfolgen.“














