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Helm auf!

(26.4.2010) Nahezu 90 Prozent aller Schädelhirnverletzungen bei Radfahrern können durch das Tragen eines Helmes vermieden werden - daher fordert die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie eine Helmpflicht.

"Die Fakten sprechen für sich" sagt Professor Dr. Norbert Südkamp, Ärztlicher Direktor der Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Denn das Tragen eines Fahrradhelmes als protektive Maßnahme ist wissenschaftlich erwiesen: bis zu 88 Prozent aller Schädelhirnverletzungen und bis zu 65 Prozent bestimmter Gesichtsverletzungen könnten durch das Tragen von Fahrradhelmen vermieden werden.

Nach einer Analyse von 2008 trugen nur acht Prozent der verunfallten Fahrradfahrer einen Helm. Besonders die mangelnde Umsetzung bei Frauen und vor allem Jugendlichen ist für Südkamp unzufriedenstellend. Die Zahl der verletzten Fahrradfahrer hat sich von 1970 mit 40.531 auf 78.579 im Jahr 2007 fast verdoppelt; während die Zahl der Schwerverletzten im PKW und LKW -Bereich in diesem Zeitraum auf Grund der gezielten präventiven Maßnahmen, wie beispielsweise Gurtpflicht oder Airbag, deutlich abgenommen hat.

Leichtverletzte Radfahrer verletzten sich am häufigsten an Armen und Beinen. Bei schwerstverletzten Unfallopfern ist aber meist die Kopfverletzung entscheidend für das Überleben. So sind Kopfverletzungen beispielsweise für die Hälfte aller Todesfälle bei Radfahrern, die ohne Helm unterwegs sind, verantwortlich. „Unter Berücksichtigung dieser Verletzungssituation ist eine konsequente öffentliche Diskussion und das Vorantreiben einer gesetzlichen Helmpflicht nach wie vor zwingend erforderlich. Aus Sicht der Unfallchirurgen ist und muss die Helmpflicht die logische Konsequenz sein“, so Südkamp.

Design und Alter eines Helmes sind für seine Schutzfunktion von großer Bedeutung. Der Helm sollte gut passen, TÜV zertifiziert und im Idealfall verstellbar sein, um mitwachsen zu können. Es ist wichtig zu wissen, dass Fahrradhelme nach etwa fünf Jahren ihre Schutzfunktion aufgrund des Ausdampfens des Kunststoffmaterials verlieren - ähnlich wie auch Ski- und Motorradhelme.

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