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Kurz gefragt - kurz geantwortet:
Was sagt der PSA-Wert aus?
(4.2.2010) Antwort von Professor Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Urologie des Universitätsklinikums Freiburg
„90 Prozent der Prostatakarzinome werden heute über eine PSA-Erhöhung diagnostiziert. PSA ist ein Eiweiß, welches in den Prostatadrüsen gebildet wird und die Spermien beweglich macht.
Bei Erkrankungen der Prostata tritt PSA in das Blut über und ist dort messbar. Die PSA-Bestimmung im Blut weist bei einer Erhöhung auf eine Prostataerkrankung hin, wobei als Ursache nicht nur ein Prostatakrebs sondern auch eine Entzündung der Prostata oder eine gutartige Vergrößerung verantwortlich sein können.
Die Aussagekraft des Tumormarkers PSA erhöht sich durch jährliche Verlaufskontrollen, wobei die Anstiegsgeschwindigkeit (Velocity) für die Tumorerkennung eine herausragende Bedeutung hat. Unabdingbar für die Interpretation und die ggf. Einleitung weiterer diagnostischer Maßnahmen ist ein erfahrener Urologe, um eine Überdiagnostik oder Übertherapie zu minimieren.
Eine mögliche Überdiagnostik ist auch der Kritikpunkt vieler „PSA-Gegner“, die darauf hinweisen, dass eine große Zahl von Männern sich einem PSA-Test unterziehen muss, um letztendlich die Sterblichkeit einzelner am Prostatakarzinom zu verringern.
Zwei Studien aus den USA und Europa zur Wertigkeit des PSA-Screening weisen große methodische Fehler auf und bilden keine Entscheidungsgrundlage. Die europäische Studie konnte nachweisen, dass bei einem PSA-Screening die Sterblichkeit am Prostatakarzinom um 20 Prozent gesenkt werden konnte.“














