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Alkohol in der Schwangerschaft: Jeder Schluck zählt

(13.9.2010) Rund 10.000 Neugeborene kommen in Deutschland jedes Jahr mit alkoholbedingten Schäden zur Welt. Jährliche findet im September der „Tag des alkoholgeschädigten Kindes" statt.

Alkohol in der Schwangerschaft führt nach aktuellen Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in 2.000 Fällen pro Jahr in Deutschland zu schweren Störungen. „Dazu zählen Wachstumsstörungen vor und nach der Geburt, angeborene Herzfehlbildungen, einen zu kleinen Kopf und Schäden in der geistigen und motorischen Entwicklung“, sagt Professor Dr. Andrea Superti-Furga, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Das Kind kann hyperaktiv sein, Intelligenzmängel und Lernschwächen zeigen.“

Etwa 8.000 Neugeborene sind von etwas weniger schweren alkoholbedingten Folgeschäden betroffen. Dabei handelt es sich vor allem um Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten. Trinkt eine werdende Mutter Alkohol, gelangt dieser direkt über den Mutterkuchen in den Blutkreislauf des Kindes. „Der Alkohol hemmt das Zellwachstum des Embryos und schädigt die Entwicklung von Organen, Nervensystem und Gehirn“, so Dr. Regina Rasenack, Oberärztin der Universitäts-Frauenklinik Freiburg.

Grundsätzlich gilt Alkoholkonsum in der Schwangerschaft als die häufigste Ursache für körperliche und geistige Schäden bei Kindern. Gynäkologen sowie Hebammen kommt deshalb eine ganz wichtige Aufgabe zu, indem sie Schwangere beziehungsweise Paare über die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft gezielt informieren und beraten.

„Wir müssen leider davon ausgehen, dass mindesten zwölf bis 15 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft ein- oder mehrmals im Monat Alkohol trinken“, sagt Rasenack. „Dabei können schon geringe Mengen Alkohol dem ungeborenen Kind schaden. Schwangere sollten auf jeden Fall uneingeschränkt auf Alkohol verzichten“, appelliert die Gynäkologin.

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