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Schweinegrippe: Droht eine Pandemie?
(30.4.2009) Innerhalb von wenigen Tagen ist der Erreger der lebensgefährlichen Schweinegrippe von Mexiko auf die USA und nach Europa gesprungen. Ist eine globale Grippe-Pandemie noch abwendbar?
Eine in ihrer Bedeutung schwer einzuschätzende Erkrankungswelle in Mexiko beunruhigt weltweit die Gesundheitsbehörden. Die Weltgesundheitsorganisation sieht das Potential für eine Pandemie. Bei der gestrigen Freiburger Abendvorlesung erklärte Professor Otto Haller, Ärztlicher Direktor der Virologie des Universitätsklinikum Freiburg, welche gesicherten Erkenntnisse es gibt.
Panikmache oder reelle Gefahr?
Die Angst vor der in Mexiko ausgebrochenen Schweinegrippe greift weltweit um sich. Alles nur Panikmache? Fakt ist, dass der Erreger der Schweinegrippe von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Damit ist das rasche Auftreten in verschiedenen Ländern und Kontinenten innerhalb weniger Tage erklärbar. Ein weiteres Alarmzeichen ist, dass der Erreger vor allem junge Menschen krank macht. „Bei der normalen, saisonalen Grippe leiden vor allem alte Menschen und Kleinkinder“, so Professor Haller. „Das Virus scheint stark genug zu sein, um selbst ein gesundes Immunsystem zu überwinden.“
Panik ist deshalb nicht angebracht, da es gegen das jetzt aufgetretene H1N1-Virus Medikamente wie Tamiflu und Relenza gibt. „Diese Mittel helfen den Infizierten und können Gesunde prophylaktisch schützen“, so Professor Haller. Bis allerdings ein Impfstoff entwickelt und in ausreichender Menge zur Verfügung steht, werden noch mindestens sechs Monate vergehen.
Rätsel um den tödlichen Cocktail
InfokastenDen Mitschnitt des Vortrags von Professor Haller im Rahmen der Freiburger Abendvolesung mit dem Titel: "Im Kampf gegen das Virus" finden Sie hier... |
In vielen Fällen tritt der Erreger momentan nur als normale Grippe auf. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass es bei den Todesfällen eine große Unbekannte gibt. Wenn nicht nur der Virus, sondern weitere Erreger, wie zum Beispiel eine Infektion durch Bakterien den tödlichen Cocktail ausmachen, sind weitere Nachforschungen notwenig. Ungeklärt ist auch, warum nicht wie bei der Vogelgrippe, die Tiere auch an dem Virus erkranken und sterben. „Das Virus ist den neusten Erkenntnissen zu Folge aus Viren von verschiedenen Vögeln, dem Schwein und dem Menschen zusammengesetzt“, erklärt Professor Haller. Die Mutation und Mischung von Viren ist nichts ungewöhnliches, macht aber die Eindämmung nicht einfacher.
Die Infektionskette unterbrechen
Um eine Pandemie zu verhindern oder einzudämmen muss die Infektionskette unterbrochen werden. Die Vorraussetzungen dafür sind in Deutschland und Europa dank Notfallplänen und modernster Medizin gegeben. Schwierig ist nur, dass das Virus im Gegensatz zum 2003 aufgetretenen SARS Virus schon weitergegeben wird, bevor der Träger die Symptome bemerkt. Treten die Symptome wie plötzliches Fieber, Husten, Mattigkeit und Übelkeit auf, sollte schnellstmöglich auf das H1N1 Virus getestet werden. Professor Haller betont: „Die Medikamente helfen nur optimal, wenn sie innerhalb von 48 Stunden eingenommen werden. Und der Träger des Virus kann dann sofort isoliert werden, um andere vor der Ansteckung zu schützen.“














