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Weihnachten im Krankenhaus: Ein etwas anderes Fest

(23.12.2009) Das Essen ist eingekauft, die Wohnung feierlich geschmückt und die Geschenke verpackt. Seit Tagen freut man sich auf diesen Tag, endlich, nach den Wochen voller Hektik soll es nun einen schönen Weihnachtabend geben. Und plötzlich kommt alles ganz anders: Ein Unfall oder eine schwere Erkrankung macht das entspannte Feiern zunichte. Viele Menschen müssen den Heilig Abend im Krankenhaus verbringen und nicht nur Patienten.

(bw) Auch viele Mitarbeiter, Ärzte, Schwestern, Pfleger, Hebammen und Küchenpersonal verbringen notgedrungen die Feiertage am Arbeitsplatz. Immerhin haben sie den Vorteil, dass sie nach der ihrer Schicht nach Hause gehen können. Dennoch macht der Dienstplan eine weihnachtliche Familienfeier oft zunichte. Weihnachten im Krankenhaus bringt aber auch Menschen zusammen, die unter normalen Umständen dieses Fest nicht miteinander feiern würden.

Für alle Beteiligten stellt dies eine Herausforderung dar, denn der Heilige Abend ist auch oder gerade im Krankenhaus ein besonderer Tag. Deshalb zeigt amPuls-online an dieser Stelle eine andere Variante von Weihnachtsbraten und harmonischer Familienfeier:

Intensive Begegnungen

Viele Patienten fürchten die Einsamkeit – vor allem an Heilig Abend. Gerade die Klinikseelsorger der beiden christlichen Kirchen am Klinikum versuchen dem entgegen zuwirken: Neben den Gottesdiensten, die in den beiden Klinikkirchen angeboten werden, gehen die Seelsorger an diesem Tag über einzelne Stationen und musizieren und singen mit Patienten und Mitarbeitern gemeinsam Weihnachtslieder. Anschließend besuchen sie sie in ihren Zimmern und wünschen frohe Weihnachten. Der persönliche Kontakt ist gerade an diesem besonderen Tag sehr wichtig, weiß Jens Terjung, evangelischer Klinikseelsorger.

„Am Weihnachtsabend kommt es zu sehr intensiven Begegnungen zwischen Patient, Mitarbeitern und den Seelsorgern“. Auch die Zentralküche des Klinikums versucht den Patienten Weihnachten etwas zu versüßen. Da die meisten Menschen Weihnachten mit besonderem Essen verbinden, gibt es auch im Klinikum an den Feiertagen klassische Weihnachtsmenüs, die auf extra dekorierten Tablettes serviert werden. Wenn man Weihnachten schon im Krankenhaus verbringen muss, sollen die Patienten wenigstens nicht auf das Weihnachtsessen verzichten müssen, auch wenn diese den Gänsebraten im Kreise der Familie nur schwer ersetzen kann.

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Geburt am Heilig Abend

Es gibt auch Orte im Klinikum, wo am Heilig Abend richtige Freudenstimmung aufkommen kann: Beispielsweise im Kreißsaal der Universitäts-Frauenklinik. Dort erblicken am 24. Dezember jährlich zwischen zwei und vier Kindern das Licht der Welt. „Trotz aller Freude wird dieses Datum aber von vielen Frauen und deren Familien als denkbar ungünstigster Geburtstermin angesehen, denn die wenigsten wünschen ihrem Kind diesen Termin als Geburtstag“, erzählt Cäcilie Fey, leitende Hebamme an der Universitäts-Frauenklinik. Dazu kommt noch, dass „die ganze christliche Welt am Feiern ist während die Frauen unter der Geburt hart arbeiten müssen“.

Einsam und allein an Weihnachten

Was von den meisten von uns nicht wahrgenommen wird, sind Menschen, die nicht trotz, sondern wegen Weihnachten in ärztliche Behandlung müssen. Weihnachten ist ein Fest mit extrem hohen emotionalen Erwartungen. Es ist verbunden mit der Hoffnung auf Harmonie, liebenvoller Gemeinsamkeit und dem Austausch von Geschenken. Diese Erwartungen treten aber nicht immer ein, vielmehr beherrschen familiäre Konflikte und Dissonanzen die Festtage. „Für Menschen mit seelischen Erkrankungen oder der Neigung dazu stellt Weihnachten daher eine besondere Belastung dar“, weiß Professor Dr. Mathias Berger, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie.

Wer alleine mit den Problemen überfordert ist, sucht gerade zu Weihnachten die Ambulanz der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie auf. Vor eine ganz besondere Herausforderung werden verwaiste, verwitwete oder auf andere Weise vereinsamte Menschen zu Weihnachten gestellt: Die schönen Erinnerungen an harmonische Feiertage, die sie noch im Kreise geliebter Menschen erlebt haben, können bei dem inzwischen eingetretenen Verlust und der Einsamkeit besonders schmerzhaft sein.

Gut wenn diese belasteten Patienten von qualifizierten Mitarbeitern mitfühlend und herzlich betreut werden. „Das Weihnachtsfest stellt für unsere Patienten und damit auch für uns jedes Jahr eine besondere Herausforderung dar. Sie erfordert einfühlsame Hilfe und Unterstützung unserer belasteten Patienten“, erzählt Professor Berger. „Trotzdem ist und bleibt Weihnachten für die meisten Menschen ein Fest, auf das sie sich zu Recht freuen können.“

amPuls-online hofft, dass auch in diesem Jahr alle Leserinnen und Leser ein frohes Weihnachtsfest haben werden, egal ob in oder außerhalb des Klinikums.

                                                                                                                                  zurück...