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Allergie vermiest Frühling? Nicht unbedingt!
(14.04.2010) Die kommenden Monate stellen für Allergiker eine Zeit dar, in der sie sich am liebsten in ihren vier Wänden verschanzen würden. Das muss aber nicht sein, denn die Bandbreite der Behandlungsmethoden ist groß.
Der Winter war wie immer lang, kalt und grau, viele Menschen sehnen sich nach dem Frühling. Wie in jedem Jahr werden die Bäume sprießen, die Vöglein zwitschern…und die Pollen fliegen. Keine gute Zeit für Allergiker, die sich durch die immer wärmeren Tage quälen. Aber auch kein Grund zur Verzweiflung, denn inzwischen stehen den Leidenden eine Reihe konventioneller und naturheilkundlicher Mittel zur Verfügung.
Wenn der Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern oder Getreide auf den Menschen trifft, entleeren sich die Befruchtungszellen der Pflanzen. Im Normalfall ignoriert der menschliche Körper die Pollen, Allergiker jedoch bilden krankmachende Abwehrstoffe dagegen. Treffen diese auf den Blütenstaub, reagiert das Immunsystem heftig. Das Resultat sind tränende, juckende und geschwollene Augen, Schnupfen und verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Müdigkeit und vor allem Niesreiz.
Beschwerdefrei dank Anti-Histaminika
Ein allgemeiner, im Fall von Heuschnupfen allerdings schwierig einzuhaltender Tipp, ist es, die Allergene zu meiden. „Pollen kann man nicht aus dem Weg gehen“, sagt Professor Dr. Thilo Jakob, Leiter der Allergieabteilung der Universitäts-Hautklinik. Antiallergische Medikamente linderten jedoch die Symptome: „Ein modernes Anti-Histaminikum, die so genannte Allergietablette, kombiniert mit einem modernen, antientzündlichen Steroidspray für die Nase, führt zu einer raschen Besserung der Beschwerden.“ Die modernen Anti-Histaminika seien mittlerweile auch sehr gut verträglich. „Vor zehn bis 20 Jahren gab es Probleme mit Nebenwirkungen wie Müdigkeit, heute aber nicht mehr“, so Professor Jakob.
Für Allergiker, die der Naturheilkunde nahe stehen gibt es außerdem Alternativen zur Allergietablette. „Pflanzenextrakte aus der Pestwurz als Tabletten haben eine vergleichbare Wirkung wie Anti-Histaminika“, erklärt Dr. Roman Huber, Leiter des Zentrums für Naturheilkunde. Davon abgesehen gebe es eine Reihe weiterer komplementärer Methoden wie zum Beispiel die Akupunktur, durch die die Allergiesymptome deutlich abgeschwächt werden könnten. „Eine spezielle Form der Elektrostimulationsakupunktur gegen Heuschnupfen wird derzeit am Zentrum für Naturheilkunde untersucht“, so Huber. Sie solle einmalig angewendet vier bis sechs Wochen wirken.
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Längerfristiger Erfolg mit Hyposensibilisierung
Neben diesen Maßnahmen zur Bekämpfung der Allergiesymptome besteht auch noch die Möglichkeit, das Übel an der Wurzel anzupacken: durch eine spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt. Sie verspricht längerfristigen Erfolg. Dabei bekommen Allergiker in kleinen Schritten über einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahren geringe Dosen der allergieauslösenden Stoffe verabreicht, bis sich ihr Immunsystem daran gewöhnt hat. Im Einzelfall können die Erfolgschancen einer SIT hoch sein, die allergischen Reaktionen werden abgeschwächt oder – je nach Allergietyp – sogar ganz beseitigt.
„Bei der Insektengiftallergie liegt die Erfolgsquote bei 80 bis 90 Prozent, bei der Pollenallergie bei 60 bis 70 Prozent. Im zweiten Jahr tritt in den meisten Fällen eine deutliche Besserung ein“, schildert Jakob. „Die Hyposensibilisierung lohnt sich allerdings nur dann, wenn eine Allergie gegen wenige Stoffe besteht, und ist schlechter wirksam bei multiplen Allergien.“ Sie sollte am Besten im Herbst – lange vor der Pollensaison – begonnen werden, für Spätentschlossene gibt es allerdings auch noch ein Schnellverfahren. Ob Allergietablette, Spray, Naturheilkunde oder SIT, die Medizin bietet zahlreiche Hilfen für Allergiker. Nutzen Sie sie und genießen Sie den Frühling!














