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Fatigue - Die große Müdigkeit

(03.08.2011) Melanompatienten fühlen sich durch Medikamente oft erschöpft - Therapeutische Gespräche geben ihnen wieder Lebenskraft.

Saft- und kraftlos: Viele Patienten mit bösartigem Hautkrebs fühlen sich, als hätte ihnen jemand „den Stecker raus gezogen“. Sie müssen regelmäßig das Medikament Interferon-alpha spritzen, was häufig sehr müde macht. Unter dieser Erschöpfung, die in der Fachsprache Fatigue heißt, leiden die Betroffenen, auf Dauer aber auch ihre Familien und Freunde. „Spätestens dann sollten die Ärzte Psychoonkologen hinzuziehen“, sagt Professor Dr. Dorothée Nashan. Sie ist sowohl leitende Oberärztin an der Hautklinik der Universitätsklinik Freiburg und als auch Leiterin des Freiburger Hauttumorzentrums, das unter dem Dach des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer - Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) entstanden ist.

Eine psychoonkologische Betreuung erhöht die Lebensqualität der Melanompatienten, weil sie hilft, psychische Belastungen zu verringern. In Freiburg kümmern sich deshalb sowieso Ärzte und Psychologen gemeinsam um Melanompatienten. „Wir werden gleich am Anfang dazu gerufen“, sagt Doktor Katrin Reuter, die Leiterin der Psychoonkologie an der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie. Das mehrstufige Begleitprogramm beginnt damit, dass Psychologen zu den Patienten Kontakt aufnehmen - sofort nach einer Operation oder zum Auftakt der medikamentösen Behandlung. Später folgen Gespräche, an denen sich Angehörige beteiligen können. Zudem gibt es regelmäßig niederschwellige Informationsveranstaltungen in der Hautklinik. Dort tauschen die Patienten lebhaft Erfahrungen untereinander aus. Sie können Partner oder Freunde mitbringen und selbst Fragen stellen. Besonders schätzen die Teilnehmer, dass Ärzte und Psychologen sie in dieser ungezwungenen Atmosphäre über Hautkrebs und die Behandlungen informieren. Dabei kommen auch Möglichkeiten zum Umgang mit der Erkrankung zur Sprache.

Kontakt:

Karoline Albrecht, Dipl.-Psych., karoline.albrecht@uniklinik-freiburg.de,
+49 761 270-69900

„Die Patienten bewerten unser Programm sehr gut“, sagt Professor Nashan. Es wurde zudem gerade mit dem Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie ausgezeichnet. Für diese Erfolge danken Professor Nashan und Doktor Reuter ihren Mitarbeitern, aber auch den Patienten: Die Dermatologin und die Psychoonkologin koordinieren ein Forschungsprojekt zum Verlauf der Lebensqualität und der psychischen Belastungen bei Hautkrebs. Dazu befragen sie die Betroffenen. „Wir bemühen uns, alle Melanompatienten zu erfassen, die in der Hautklinik Freiburg und der kooperierenden Universitätsklinik Köln behandelt werden - das ist ziemlich einmalig“ betont Professor Nashan: „Wir sind dabei, ein spezifisches Programm zur psychoonkologischen Betreuung für Hauttumorzentren zu entwickeln.“ Dadurch sollen noch mehr Hautkrebspatienten wichtige Hilfestellungen erhalten, wie sie und ihr Umfeld besser mit der Fatigue umgehen können.