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Akupunktur – Nadelstiche zur Geburtsvorbereitung

(6.4.2009) Winzige Nadeln stecken im kleinen Zeh der schwangeren Patientin. Entspannt ruht sie auf der Liege im Behandlungsraum, betrachtet ihren stark gewölbten Bauch. Die Akupunktur soll helfen das Baby in die richtige Lage zu bringen.

                                                                                             Heiltradition mit Babydrehfunktion

(ab) Kinder kommen normalerweise mit dem Kopf zuerst auf die Welt. Sie drehen sich in den letzten Schwangerschaftswochen von allein in die richtige Lage. Wenn dies nicht geschieht, gibt es sanfte Wege das Baby doch noch zur Wendung zu bewegen, damit kein Kaiserschnitt erforderlich ist. „In einigen Studien wurde gezeigt, dass Akupunktur den Geburtsvorgang beschleunigen kann“, erklärt Dr. Claudia Schultz vom Zentrum für Naturheilkunde des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg.

„Auch die Drehung aus der Beckenendlage in die Kopflage kann im Vergleich zur Kontrollgruppe, bei der keine Intervention durchgeführt wurde, durch Akupunktur beeinflusst werden.“ Man beginnt den Behandlungsversuch nach der 36. Schwangerschaftswoche und kann ihn fortführen bis zum Beginn der Wehen.

Akupunktur auf Blase 67

Bei der Akupunktur werden feine Einmalnadeln für 20 bis 30 Minuten in bestimmte Hautpunkte gestochen. Diese Akupunkturpunkte befinden sich auf sogenannten Energiebahnen, die durch den ganzen Körper laufen. Häufig liegen sie in Haut- und Muskelzonen in der Nähe von schmerzhaften Punkten oder der erkrankten Organe. „Nach der Lehre der chinesischen Medizin wird durch den Nadelreiz der Energiefluss angeregt und reguliert“, weiß Dr. Claudia Schultz, „dadurch sollen sich Blockaden und Störungen entlang der Leitbahnen auflösen.“ Die verschiedenen Akupunkturpunkte auf den Energiebahnen haben unterschiedliche Funktionen. Für die Wendung der Babys im Mutterleib eignet sich unter anderem der Punkt 67 auf der Blasen-Leitbahn am äußeren Nagelfalz des Kleinzehs.

Zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten: Schröpfen und Moxibustion

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Da die Stiche beim ersten Mal ungewohnt sind und leicht unangenehm sein können, wird die Behandlung im Liegen durchgeführt. Vorsichtig setzt der behandelnde Arzt die sterile Nadel auf der Haut an und drückt ganz vorsichtig. Nachdem die erste Hautschicht durchstoßen wurde, gleitet die Nadel langsam in die tiefer liegenden Schichten. Diesen Vorgang wiederholt der Arzt je nach Krankheitsbild ungefähr zehn Mal. „Bei einer Behandlung verwenden wir in der Regel nicht mehr als zehn Nadeln, sonst weiß man nachher nicht, welcher Reiz zum Erfolg führte“, so Dr. Schultz.

Auch können zu viele Stiche den Körper überreizen. „Um den Effekt der Akupunktur zu verstärken, ist es ratsam, sie mit anderen Maßnahmen zu ergänzen“, weiß Dr. Schultz. Bei der Schwangerschaft empfiehlt sie die Moxibustion des Punktes Blase 67, eine spezielle Wärmebehandlung. Dabei wird getrocknetes Beifußkraut auf den Nadeln abgebrannt, um der Leitbahn Energie zuzuführen.

Bei Muskelschmerzen können Schröpfen oder eine Schröpfkopfmassage die Akupunktur unterstützen, da sie die Körperregionen durchbluten und dadurch die Verspannungen der Muskeln lindern. „Positiv bei Akupunktur ist, dass sie bei gewissenhafter Anwendung so gut wie keine unerwünschten Wirkungen hat“, fügt Dr. Schultz hinzu. Sie selbst akupunktiert seit Jahren und hat damit auch in der eigenen Schwangerschaft gute Erfahrungen gemacht.

                                                                                                                                         zurück...