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Chance auf Augenlicht
Die LIONS Hornhautbank verhilft vielen Menschen zu neuem Augenlicht. Die Transplantation ist mittlerweile ein Routine-Eingriff.
Ein weißer Brutschrank: Bei einer Temperatur von 34 Grad Celsius stehen kleine Flaschen aneinandergereiht, in denen menschliche Hornhäute in einer Nährlösung schwimmen. Der Brutschrank gehört zur LIONS Hornhautbank der Universitäts- Augenklinik Freiburg.
„Die meisten Menschen können mit dem Begriff ‚Hornhautbank‘ wenig anfangen“, weiß Dr. Philip Maier, Oberarzt an der Universitäts-Augenklinik Freiburg. Die Erklärung: „In der Hornhautbank werden menschliche Spenderhornhäute entnommen, begutachtet und bis zu sechs Wochen konserviert, bis sie transplantiert werden.“
Hornhauttransplantationen dienen als Therapie für eine getrübte Hornhaut, wenn diese durch eine Verletzung oder Entzündung das Sehen unmöglich macht. Mit insgesamt über 650 Hornhautoperationen verhalf man im vergangenen Jahr vielen Menschen nicht nur in Freiburg, sondern im gesamten Bundesgebiet und der Schweiz zu neuem Augenlicht. Zeitgleich führte der Erlass der EU-Richtlinie, die eine Blutentnahme nach dem Tod des Spenders auf 24 Stunden reduziert, zu einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Eine Augenhornhaut kann, anders als durchblutete Organe wie Herz, Niere oder Leber, bis zu 72 Stunden nach dem Tod entnommen werden.
Kontakt
LIONS Hornhautbank Universitäts-Augenklinik Freiburg Tel.: 07 61 2 70-41 30 E-Mail: lionsHHB@aug.ukl.uni-freiburg.de |
Angesichts der Gesetzeslage ist das aber nicht zulässig. „Auf diesem Gebiet müssen im nächsten Jahr auf politischer Ebene dringend Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, da durch die gesetzlich vorgegebene zeitliche Begrenzung keine Vorteile zu erkennen sind. Es stehen jedoch deutlich weniger Hornhautspender zur Verfügung. Dies führt zu einer weiteren Verschlechterung der Situation beim ohnehin in Deutschland bestehenden Transplantatemangel“, so Professor Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Universitäts- Augenklinik. Eine Hornhauttransplantation ist mittlerweile ein reiner Routine- Eingriff.
Bei der Operation findet zumeist die Übertragung eines Teils der Spenderhornhaut statt. Mithilfe spezieller Instrumente oder Lasertechniken wird ein Stückchen der erkrankten Hornhaut entfernt und durch ein gesundes Gegenstück des Spenderscheibchens ersetzt. Die neue Hornhaut besitzt exakt dieselbe Größe wie die alte und wird mittels feinster Nähte auf dem Empfängerauge befestigt. Diese bleiben dann ein bis zwei Jahre auf der Hornhaut, ehe sie entfernt werden müssen.














