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Ein Netz für sicheren Boden
(24.2.2010) .Jede zehnte Frau muss in ihrem Leben irgendwann wegen einer Gebärmutter- oder Blasesenkung operieren lassen. In der Uniklinik Freiburg wird mit Hilfe eines kleinen Netzes das Problem behoben.
(bw) Harndrang, Probleme beim Wasserlassen, Inkontinenz oder Rückenschmerzen: Die Symptome einer Absenkung der Gebärmutter können ganz unterschiedlich sein. Eines haben sie aber gemeinsam: sie sind sehr unangenehm. Ist der Halteapparat der Gebärmutter und die Beckenbodenmuskulatur zu schwach, um die Gebärmutter in ihrer Position zu halten, kann es zu einer Gebärmuttersenkung kommen.
„Die Gebärmutter senkt sich nach unten und stülpt sich in die Scheide“, erklärt Professor Dr. Dirk Watermann, Oberarzt der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. „Da die Harnblase vor der Gebärmutter liegt, kann sie mit der Gebärmutter absinken und dann ebenfalls eine Vorwölbung der Scheide bilden.“ Betroffen sind meist Frauen in oder nach den Wechseljahren. Die Gründe können neben einer allgemeinen Gewebsbindeschwäche, erhöhter Druck im Bauchraum, chronischer Husten, Verstopfung oder die Folgen einer vaginalen Geburt sein.
Erfolgreiche Operationsmethode
Behandelt wird die Gebärmutterabsenkung meist operativ. In der Universitäts-Frauenklinik Freiburg setzt man eine besondere Methode ein: Es wird ein Netz benutzt, dessen Fäden nach dem Einsetzten in den Körper sehr dünn werden und so den Organismus weniger belastet. „Das Netz wird in den Beckenboden implantiert und ersetzt so das erschlaffte Gewebe und stützt die Gebärmutter“, erklärt Professor Watermann. Er ist einer der wenigen Gynäkologen in Deutschland, der die höchste Zertifizierungsstufe der Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und plastische Beckenbodenrekonstruktion erhalten hat.
Für den Eingriff, bei dem das Netz einsetzt wird, ist kein Bauchschnitt notwendig und die Gebärmutter kann in fast allen Fällen erhalten bleiben, so können die Patientinnen nach wenigen Tagen das Klinikum wieder verlassen. „Diese Operationsmethode ist äußerst effektiv“, weiß der Gynäkologe. „Früher trat in bis zu 40 Prozent der Fälle, innerhalb eines Jahres nach der Operation, wieder eine Absenkung auf. Heute passiert dies nur noch bei etwa fünf Prozent der Fällen.“ Auch das Netz wird vom Körper gut vertragen. Das hat nicht zu letzt eine Studie der Universitäts-Frauenklinik Freiburg über die Gewebsverträglichkeit der Netze mit 200 Patientinnen gezeigt. In den letzten Jahren kommen immer mehr Gynäkologen aus dem Inn- und Ausland nach Freiburg, um in Operationskursen die Methode zu erlernen.
Prävention
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Es muss aber erst gar nicht zu einer Gebärmuttersenkung kommen: „Täglich zehn Minuten Beckenbodengymnastik hat schon eine gute vorbeugende und stärkende Wirkung auf die Muskulatur“, rät Professor Watermann. Man kann den Beckenboden überall im Stehen oder Sitzen anspannen, ohne dass es jemand merkt. Schwangere sollten schon während der Schwangerschaft mit Übungen für den Beckenboden beginnen. Und nach der Schwangerschaft sollten Frauen die Gymnastikübungen für den Rücken machen, in denen auch der Beckenboden trainiert wird.














