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Internationale Studie zur Borderline-Persönlichkeitsstörung

(25.2.2010)Die meisten Betroffenen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erleben sich als Opfer ihrer heftigen Stimmungen und Gefühle. An der Uniklinik startet eine Studie zu einer neuen psychotherapeutischen Behandlungsmethode.

(bw) Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine häufige psychische Störung. Sie geht mit schwerem Leid und hohen Beeinträchtigungen sowie großen Kosten für die Gesellschaft einher. Zum einem aufgrund hoher Behandlungskosten, zum anderen weil Patienten mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung häufig unter ihren psychosozialen Möglichkeiten zurückbleiben.

So schließen sie aufgrund ihrer staken Beeinträchtigung beispielsweise ihre Ausbildung nicht ab, arbeiten unter ihrem Qualifikationsniveau, oder sind langzeitarbeitslos. „Über fünf Prozent der Bevölkerung sind von der Krankheit betroffen“, so Laura Seebauer, Diplom-Psychologin am Universitätsklinikum Freiburg. „Die überwiegende Anzahl der Betroffenen sind Frauen. Circa zehn Prozent begehen im Laufe ihres Lebens Suizid.“

Sehr häufig zeigen Patienten mit dieser Störung innerhalb und außerhalb der Therapie herausfordernde Verhaltensweisen. Dazu gehört suizidales, selbstverletzendes und anderes riskantes Verhalten wie beispielsweise Alkohol- und Drogenmissbrauch, häufig wechselnde Sexualpartner, riskantes Verhalten im Straßenverkehr. Hinzu kommen häufig interpersonelle Probleme, beispielsweise Beziehungs- oder Therapieabbrüche.

Behandlung

Bis in die 1980er Jahre galt die Borderline-Persönlichkeitsstörung als nahezu unheilbar. In den letzten 20 Jahren wurden jedoch verschiedene, wirksame psychotherapeutische Behandlungsmethoden entwickelt. Die Dialektisch Behaviorale Therapie wird seit Mitte der 1990er Jahre am Universitätsklinikum Freiburg angewandt.

Die Schema Therapie

Studienteilnehmer gesucht

Die Studie startet in Freiburg im Frühjahr 2010. Momentan werden noch Patienten und Patientinnen gesucht, die zu einer Teilnahme an der Studie bereit sind.
Potentielle Studienteilnehmer können sich bei
Dr. Gitta Jacob melden: Tel.: 0761/270-6501
E-Mail: gitta.jacob@uniklinik-freiburg.de

Eine neuere, ebenfalls viel versprechende Weiterentwicklung ist die so genannte Schematherapie. „Die Schematherapie ist ein integrativer Behandlungsansatz, der in der kognitiven Verhaltenstherapie, der Lerntheorie, und entwicklungspsychologischen Theorien seinen Ursprung hat“, erklärt Dr. Gitta Jacob, Psychologin in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. In der Schematherapie wird davon ausgegangen, dass BPS-Patienten zwischen verschiedenen inneren Zuständen oder „Anteilen“ hin- und herwechseln, und sich daraus ihre breite und wechselhafte Symptomatik ergibt.

In dem Konzept gibt es einen „vulnerablen inneren Kind“-Anteil, der dann auftritt, wenn sich Patienten schwach, wertlos oder bedroht fühlen; einen „wütenden inneren Kind“-Anteil, wenn Patienten wütend sind über Misshandlung oder Schwierigkeiten, die sie erfahren oder erfahren haben. Ein „strafender innerer Anteil“ repräsentiert die Tendenz der Betroffenen, sehr schlecht über sich zu denken und sich hart zu bestrafen. Dies korrespondiert häufig mit Missbrauchs- oder Mobbingerfahrungen in Kindheit und Jugend.

Zur Bewältigung gibt es schließlich einen Anteil oder Modus, in denen die Betroffenen sich selbst schützen, indem sie Emotionen aus dem Weg gehen, etwa durch Vermeidung, Drogengebrauch oder ähnliches. In der Schematherapie sollen diese Muster verstanden werden; mit Hilfe kognitiver und emotionaler Methoden lernen BPS-Patienten, sich sicherer zu fühlen, Wut und Ärger angemessener auszudrücken und den Selbsthass zu reduzieren. Die ersten randomisiert-kontrollierten Studien zu diesem Verfahren zeigen sehr gute Ergebnisse als Einzel- und seit kurzem auch als Gruppentherapie.

Einführung in die Studie am Uniklinikum

Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinikums Freiburg, nimmt an einem internationalen, multizentrischen Forschungsprojekt zur Effektivität der Schematherapie in Gruppen bei Borderline-Persönlichkeitsstörung teil. International sind an der Studie insgesamt 14 Zentren in Holland, Deutschland, USA, England, Irland und Schweden beteiligt.

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