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Brustkrebs – Früherkennung hilft heilen
(4.11.2010) Etwa jede neunte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist der Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Wie sieht eine optimale Vorsorge aus und welche Risikofaktoren gibt es?
(bw) Jährlich erkranken rund 57.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Dieser ist mit einem Anteil von über einem Viertel die häufigste aller Krebserkrankungen bei Frauen. Um das so genannte Mammakarzinom erfolgreich behandeln zu können, ist eine möglichst frühe Diagnose wichtig. Deshalb hat man auch in Deutschland vor einigen Jahren begonnen, ein systematisches Mammographie-Screening einzuführen. Frauen vom 50. bis zum 69. Lebensjahr werden regelmäßig alle zwei Jahre zentral angeschrieben und darauf hingewiesen, dass sie kostenlos eine Mammographie Untersuchung durchführen lassen können. Dies geschieht regional in sogenannten Mammographie Screeingeinheiten.
„Aus anderen Ländern wissen wir, dass man für diese Gruppe von Frauen das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um 30 Prozent verringern kann“, so Professor Dr. Elmar Stickeler, Leiter des Brustzentrums des Universitätsklinikums Freiburg. Aber bereits Frauen ab Mitte zwanzig, sollten mit der Vorsorge beginnen. Vorsorge bedeutet hier, dass man eine Brustuntersuchung beim Arzt machen lässt. Zusätzlich empfehlen die Experten, dass Frauen regelmäßig ihre Brüste selbst untersuchen sollten. „Der beste Zeitpunkt hierfür ist nach Abschluss der Regelblutung. Dann ist die Brust relativ weich. Diese Selbstabtastung sollte monatlich durchgeführt werden“, empfiehlt Professor Stickeler. „Die Selbstuntersuchung ersetzt aber auf keinen Fall die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Arzt“, warnt der Gynäkologe.
Viele Menschen denken bei dem Thema Brustkrebs sofort an amputierte Brüste. Doch immer öfter können die Chirurgen die betroffene Brust erhalten. Wenn man alle Brustkrebsfälle in Deutschland zusammen nimmt, werden 50 Prozent der betroffenen Frauen brusterhaltend operiert. In frühen Stadien sogar über 80 Prozent. „ Als zertifiziertes Brustzentrum an der Universitätsklinik müssen wir regelmäßig nachweisen, dass wir nach den aktuellen Standards behandeln und dazu gehört auch, möglichst brusterhaltend zu operieren“, betont Professor Stickeler.
Kontakt und Information
Brustzentrum des Universitätsklinikums Freiburg
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Muss die Brust trotz allen Bemühungen entfernt werden, gibt es die Möglichkeit, die Brust mit Eigengewebe wieder aufzubauen. „Hier gibt es verschiedene Verfahren, wie beispielsweise die Rekonstruktion mit einem so genannten Tram-Lappen“, erklärt Stickeler. „Bei dieser Methode wird das Unterbauchgewebe zusammen mit einem Bauchmuskelteil zur Brustregion verlagert. Man kann aber auch mit Prothesen arbeiten. Für jede Patientin planen wir heute ganz individuell ihren Brustaufbau.“
Es gibt einige Risikofaktoren, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. So sind sieben bis zehn Prozent der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, von einer vererbbaren Form dieses Tumors betroffen. Andere Risikofaktoren sind Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum. „Das sind natürlich beides Faktoren, gegen die man aktiv etwas tun kann. Weiterhin konnte deutlich gezeigt werden, dass regelmäßiger Sport und eine ausgewogene Ernährung das Brustkrebsrisiko senken können“, so Professor Stickeler. „Was viele nicht wissen: auch das Stillen kann vorbeugend wirken.“














