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Divertikulose: Wenn der Dickdarm mürbe wird
Ballaststoffarmes Essen und Druck im Verdauungstrakt schwächen die Dickdarmwand. Das Leiden ist meist gut zu behandeln.
Im menschlichen Verdauungstrakt geht es mitunter turbulent zu: Es wird Nahrung bewegt und zersetzt. Das System aus Magen und den verschiedenen Darmabschnitten ist ständig in Bewegung. Kein Wunder, dass es hier im Laufe der Jahre Alterungserscheinungen gibt. Eine der gängigsten ist die sogenannte Divertikulose. „Divertikulose ist eine Zivilisationserscheinung.
60 bis 70 Prozent der 70-Jährigen leiden darunter“, sagt Dr. Peter Baier, Experte für Darmchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. Doch nicht erst im hohen Alter kann der Dickdarm mürbe werden. Schon mit 30 bis 40 Lebensjahren können erste Divertikel auftreten. Diese Darmausstülpungen messen bis zu einem Zentimeter und sehen aus wie kleine Pilze. Der Grund für eine Divertikulose ist sehr wahrscheinlich hoher Druck im Verdauungstrakt.
Bei einer ballaststoffarmen Ernährung, wie sie heute die Regel ist, muss der Dickdarm ein Leben lang Schwerarbeit leisten. Irgendwann kann er seine Form nicht mehr halten und es kommt zur Degeneration der Darmwand: Die Divertikulose ist da. „In der Regel haben nur 20 Prozent der Menschen mit dieser Darmveränderung Symptome, die sich bemerkbar machen und einer Behandlung bedürfen“, sagt Experte Baier. Wenn regelmäßige Bauchschmerzen im linken Unterbauch auftreten, sollte der Hausarzt konsultiert werden.
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Eine einfache Darmspiegelung kann dann sehr schnell klären, ob eine Divertikulose vorliegt oder nicht. „Zusätzlich lassen sich dabei noch andere Krankheiten, zum Beispiel Darmkrebs, erkennen“, so Baier. Darmausstülpungen können sich entzünden, in schweren Fällen kann der Darm sogar brechen. Dann empfiehlt Baier eine Behandlung mit Antibiotika. Eine Ernährungsumstellung sorgt zusätzlich dafür, dass sich das Problem nicht verschärft. „Es kann aber nicht generell dazu geraten werden, die Ernährung aus Angst vor dieser Erkrankung gleich anders zu gestalten“, warnt Baier vor unnötiger Panik. Helfen auch Antibiotika nicht, dann greift Baier zum Skalpell. „Besonders im Fall eines Durchbruchs oder einer Fistel – Verbindungen zu anderen Organen – muss operiert werden“, weiß der Experte. Abgesehen von allgemeinen Operationsrisiken ist dieser Schritt meist folgenlos. Baier: „Der Mensch kann in der Regel gut auf diesen Darmabschnitt verzichten.“














