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Psychologische Begleitung bei Transplantationen
(1.9.2009) Eine Transplantation ist eine Grenzsituation. Deshalb gibt es für Patienten, die ein neues Herz oder eine neue Lunge bekommen, am Uniklinikum eine spezielle psychologische Betreuung.
(bw) Warten, einfach nur warten. Was für gesunde Menschen nach Langeweile klingt, ist für Menschen, die auf ein neues Organ hoffen oftmals ein kaum auszuhaltender Zustand. Patienten mit schweren Herz- und Lungenerkrankungen, die vor einer Transplantation stehen, haben erhebliche körperliche und seelische Belastungen zu bewältigen.
„In der Zeit vor einer Transplantation klagt ein Teil der Patienten über Ängste und depressives Erleben mit Symptomen wie niedergedrückter Stimmung, Antriebsarmut, Unruhe oder Gereiztheit“, berichtet Professor Dr. Kurt Fritzsche, Leiter der Sektion Liaisonpsychosomatik des Universitätsklinikums Freiburg. Aus diesem Grund gibt es am Universitätsklinikum Freiburg einen speziellen Liaisondienst für Herz- und Lungen transplantierte Patienten oder für Patienten, die ein Kunstherz bekommen haben.
„Liaisondienst bedeutet, dass kontinuierlich ein Psychotherapeut auf den betreuten Stationen anwesend ist und die Patienten vor und nach einer Transplantation emotional betreut“, erklärt Professor Fritzsche. „ Wir helfen den Patienten bei ihrer Krankheitsverarbeitung, beraten aber auch bei familiären Schwierigkeiten und Konflikten.“
Nicht nur die Wartezeit auf das lebensrettende Organ ist für die Betroffenen und deren Familien oft nicht leicht. Auch in der Zeit danach fällt es manchen Patienten schwer, die neu gewonnen Möglichkeiten zu nutzen. „Nach einer erfolgreichen Transplantation können Ängste vor den Anforderungen des Alltags oder auch vor neuen beruflichen Herausforderungen und depressive Symptome auftreten,“ sagt Psychologin Nicola Kuijpers, die für die herz- und lungentransplantierten Patienten zuständig ist. „Die Patienten machen sich Gedanken über mögliche Abstoßungsreaktionen, Komplikationen aber auch über den Menschen, der sein Organ gespendet hat.“
Die neue Situation nach einer Herz- oder Lungentransplantation ist für viele Betroffene leichter mit professioneller Hilfe zu bewältigen. Die Expertin des Psychologischen Dienstes sucht mit den Patienten gemeinsam nach Lösungen und Perspektiven. Nicola Kuijpers versteht sich dabei als therapeutische Begleiterin, die für Fragen und Sorgen offen ist, und die Patienten in dieser Situation ergänzend zur medizinischen Therapie unterstützt.
InfokastenEs handelt sich um einen gemeinsamen Dienst der Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Kardiologie und Angiologie, Pneumologie, des Herzzentrums Bad Krozingen und der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Weiter Informationen zum Liaisondienst finden Sie hier... |











